SP-Einwohnerrätin Eva Schaffner hat dem Aarauer Stadtrat vor den Sommerferien einige kritische Fragen zum Erweiterungsbau der Primaschule im Schachen gestellt. Dieser wird derzeit umgesetzt und kostet – inklusive nötiger Sanierungsarbeiten – 7,06 Millionen Franken. Dies, «obwohl die Gründe, die seinerzeit für eine Erweiterung angeführt wurden, heute obsolet sind», so Eva Schaffner. Man habe mit stark wachsenden Schülerzahlen gerechnet und argumentiert. Mittlerweile seien die Prognosen stark nach unten korrigiert worden.

Ausserdem: «Viele Eltern aus dem Gönhard-Quartier wehren sich gegen eine Zuteilung ihrer Kinder in die Primarschule Schachen», schrieb Schaffner weiter in ihrer Anfrage. Gründe seien der unsichere Schulweg, keine verfügbaren Plätze in der Fusta (Familien- und schulergänzende Tagesstrukturen Aarau) im Schachen sowie «inoffiziell auch die vielen Kinder in der Primarschule Schachen mit Migrationshintergrund und deren Fremdsprachigkeit sowie die Nähe zum Oberstufenschulhaus».

Wo liegen die Bedenken?

Nun hat der Stadtrat Stellung genommen. Ob es die Erweiterung aus heutiger Sicht überhaupt noch braucht, sagt er nicht. Auf Schaffners Frage, was unternommen werde, um «den Bedenken der Eltern aus dem Gönhardquartier» punkto einer Einschulung im Schachen entgegenzukommen, antwortet der Stadtrat: «Die betroffenen Eltern machen in den rechtlichen Gehören geltend, dass ihre Bedenken das fehlende Betreuungsangebot betreffen würden. Alle betonen, dass sie nichts gegen eine Einschulung in die Primarschule Schachen hätten.»

Weiter schreibt der Stadtrat auf die Frage, wann im Schachenschulhaus genügend Fusta-Plätze angeboten würden: «Da weniger Schüler/-innen als erwartet im Schulhaus Schachen zugeteilt worden sind, sind die Kapazitäten im Schuljahr 2018/19 ausreichend.» Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätten Sondermassnahmen (zum Beispiel Schülertransporte, wie es sie auch in anderen Stadtteilen gebe), ergriffen werden können.

«Die Kreisschulpflege Aarau-Buchs hat im Budget 2019 den Betrag für den Transport der Kinder zwischen Fusta Gönhard und der Primarschule Schachen präventiv eingestellt», so der Stadtrat. «Somit kann ein allfällig fehlendes Betreuungsangebot in der Fusta Schachen nicht mehr als Hinderungsgrund für eine Einschulung in die Primarschule Schachen geltend gemacht werden.» Und: «Zukünftig werden das Angebot und die Beurteilung möglicher Erweiterungen von der Umsetzung des Kinderbetreuungsgesetzes, der Einführung neuer Qualitätsrichtlinien sowie der Prüfung der Methoden zur Bedarfsabstimmung abhängig sein.»

Schulweg grösstenteils sicher

Bestehen bleibt die von Schaffner angeführte Unsicherheit des Schulweges. Sie hat namentlich die Schönenwerderstrasse erwähnt. Diese könne jedoch, so schreibt der Stadtrat, im Bereich Schanzmättelistrasse/Schanzrain via Fussgängerschutzinsel sicher gequert werden.

Handlungsbedarf, um den Schulweg der Kinder aus dem Gönhard-Quartier, die ins Schachenschulhaus eingeteilt wurden, künftig noch sicherer machen, sieht der Stadtrat andernorts: «Die Überquerungen Höhe Heinerich-Wirri-Strasse, Siebenmannweg und Rosengartenkreisel entsprechen nicht der seit 2016 überarbeiteten Norm», schreibt er. Ein Umbau der Fussgängerquerung sei in Planung. Umgesetzt werde dies im Rahmen des Sanierungs- respektive Umgestaltungsprojekts der Kantonsstrasse 108 (Entfelderstrasse) im Bereich Obere Vorstadt bis Gönhardweg. Dies ist für das Jahr 2020 vorgesehen. (NRO)