Es ist helllichter Tag, als die Katze
Daisy von einem Auto angefahren wird. Leidend liegt sie am Boden und weiss nicht mehr weiter. Doch glücklicherweise wird sie von der Schnecke Linette entdeckt und mit Heilkräutern und Tee wieder aufgepäppelt. «Ich bin eines Morgens aufgestanden und hatte die Szene im Kopf», sagt Gianluca Venditti Autor des Kinderbuches «Die Katze und die Schnecke – wie man echte Freunde findet», das im Juni im
Adonia Verlag erschienen ist.

Während des letzten Jahres hat der fünffache Familienvater und Primarlehrer des Aareschulhauses am Bilderbuch gearbeitet. Sowohl der Text als auch die Illustrationen sind von Venditti. «Den Traum, ein Kinderbuch zu schreiben, hatte ich seit der Kantonsschule», sagt er. Nun ist der Traum in Erfüllung gegangen. In elf Bildern und jeweils kurzen Textpassagen erzählt Venditti die Geschichte von Daisy und Linette, die Freunde werden und sich aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit bald mit Ausgrenzung und Mobbing konfrontiert sehen. Das Buch soll den jungen Lesern den Umgang mit diesen allgegenwertigen Themen näherbringen und ausserdem die Frage klären, was wahre Freundschaft ist. «In der Schule und bei den Eltern geht es heute vermehrt um Leistung. Alles wird gemessen und benotet. Dabei kommen andere Aspekte des Lebens wie Charakterstärke und echte Freundschaft oft zu kurz», erklärt der Lehrer.

Kinder halfen mit

Die ersten Skizzen seiner Bilder hat Gianluca Venditti letztes Jahr im Urlaub in Schweden entworfen. Als er die Malereien seinen fünf Kindern im Alter von sechs bis 14 zeigte, waren sie hell begeistert. Vor allem die Jüngeren halfen gerne mit, die Geschichte von der Katze und der Schnecke zu entwickeln. «Es war eine Freude. Sie schauten meine Bilder an und spannen die Geschichte wie von selbst weiter.»

Inspiration fand er auch im Schulhaus. Ausgrenzung, Streit und Wiederversöhnung sind hier Dauerthemen. Deshalb könne das Buch vom Kindergarten bis in die mittleren Primarstufen eingesetzt werden. «Meine Drittklässler haben das Buch schon gesehen. Mit der Reaktion auf die Geschichte und vor allem auf die Bilder und Farben bin ich sehr zufrieden», sagt Gianluca Venditti lachend.

Auch dem Adonia Verlag gefiel die Arbeit von Venditti. «Ich hatte viele Freiheiten in der Gestaltung der Bilder und auch beim Schreiben des Textes», erzählt Gianluca Venditti.

Wie viele Bücher schon verkauft wurden, will der Familienvater nicht wissen. Auch die Auflage ist ihm nicht bekannt. «Manchmal denke ich, ich sollte nachfragen. Aber dann finde ich wieder, dass es eigentlich egal ist.»

Wichtiger ist ihm, dass die Kinder etwas aus der Geschichte lernen können und vor allem, dass sie ihnen gefällt. «Das Buch soll Freude bringen.»