In der Stadt Aarau gibt es nur eine offizielle Busspur: in der Telli. Und es gibt eine inoffizielle: die Altstadt. Nur hier kann der Bus immer staufrei fahren, selbst zu Zeiten, an denen die andern Aarauer Strassen verstopft sind. Deshalb wurde bisher, trotz gelegentlicher Kritik, davon abgesehen, den Bus komplett aus der Altstadt zu verbannen.

Doch nun bringt ein Vorstoss aus der FDP-Fraktion das Thema wieder aufs politische Tapet. Das Postulat von Brigitte Vogt und Yannick Berner trägt den Titel «Busfreie Altstadt» und will, dass der Stadtrat «im Rahmen der allgemeinen Überprüfung der Bus-Linienführung» (Gesamtplanung Verkehr) das Gebiet Altstadt als «zu verbessernd» deklariert und dort genau hinschaut.

«Enorme Anstrengungen des Gastgewerbes und der Detaillisten haben die Altstadt zum Leben erweckt und den Besucherstrom durch die Gassen massiv anwachsen lassen», so die beiden Einwohnerräte. «Die Altstadt ist bestuhlt, begrünt, bekränzt, beflaggt und mit Verkaufs- und Plakatständern vor den Geschäften belegt.» Diese Belebung habe im Laufe der letzten Jahre zur starken Verengung der Durchfahrtspassagen für Busse geführt, was «häufig zu schwierigen, mühsamen und auch gefährlichen Situationen für Busfahrer, Servicepersonen und Passanten führt und für viel Unverständnis bei den Altstadtbesuchern.»

Der Stadtrat solle nun zusammen mit den Busbetrieben Aarau (BBA), Postauto und dem Kanton prüfen, ob sich die Altstadt umfahren liesse. Möglicherweise erst ab 10 Uhr morgens, wenn der grösste Stau vorüber ist. Ausserdem solle der Stadtrat abklären, ob innerhalb der Altstadt ein «alternatives öV-System mit E-Kleinfahrzeugen» sinnvoll wäre, um in dem Gebiet trotzdem eine Form von öV-Abdeckung zu gewährleisten. (nro)