Seit dem Bezug des 75 Millionen Franken teuren Eniwa-Neubaus an der Industriestrasse in Buchs, steht der ehemalige IBA-Hauptsitz beim Turbinenkreisel in Aarau leer. Jetzt hat die Eniwa einen Mieter für einen Teil der Flächen gefunden – allerdings nur für eine beschränkte Zeit. Coworking Aarau zieht für ein Jahr an die Obere Vorstadt. Der Umzug findet am übernächsten Samstag statt. Bisher war Coworking Aarau mit dem Projekt «Popupwork» in den Räumlichkeiten des ehemaligen Möbelgeschäftes Strebel an der Rathausgasse in der Altstadt eingemietet. Dorthin wird Coworking Aarau nach einer einjährigen Umbauphase auch wieder zurückkehren.

Betriebsgewinn im ersten Halbjahr eingebrochen

Die Suche nach einem neuen, definitiven Nutzer für den alten Hauptsitz ist schwieriger, als sich die Eniwa das erhofft hatte. CEO Hans-Kaspar Scherrer bestätigt, was die AZ am 14. Juni berichtete: «Wir sind bestrebt, zusammen mit dem Kanton Aargau eine langfristige Mietlösung für das Bezirksgericht und weitere Funktionen abzuschliessen.» Doch das dauert, weil ein Grossratsbeschluss notwendig ist. «Der Entscheid und die Umsetzung wird noch zwei bis drei Jahre Zeit benötigen», so Scherrer. «Für die Zwischenzeit prüfen wir verschiedene Zwischenlösungen, um zumindest eine Teilnutzung des Gebäudes sicherzustellen.»

Die Mieteinnahmen von beispielsweise Coworking Aarau sind hochwillkommen. Denn im ersten Halbjahr ist der Betriebsgewinn (Ebit) der Eniwa weiter eingebrochen: auf noch 5,2 Millionen Franken. In den Jahren 2016 und 2015 waren es noch fast zehn Millionen Franken. Der Reingewinn betrug noch 3,5 Millionen Franken (2016 und 2015 waren es 8,6 respektive 9,3 Millionen Franken). Als Grund für den Rückschlag gibt die Eniwa die schlechte Entwicklung an den Börsen an.

Sollte es der Eniwa gelingen, das Bezirksgericht in ihrem ehemaligen Hauptsitz einzuquartieren, bekäme die Stadt Aarau (sie hält 94,5 Prozent der Eniwa-Aktien) ein Problem. Denn sie ist Besitzerin des aktuellen Bezirksgerichtsgebäudes an der Kasinostrasse. Dieses steht unter Denkmalschutz – was eine Neunutzung nicht erleichtern wird. (uhg)