Das Neumatt-Quartier soll das neue Zentrum Spreitenbachs werden und die verschiedenen Ortsteile miteinander verbinden. Das sieht der Entwicklungsrichtplan «Neumatt» vor, der im Herbst 2016 vom Gemeinderat gemeinsam mit dem Investor, einem Immobilienfonds der Credit Suisse, vorgestellt wurde. Im Fokus des Projekts stehen dabei die Hochhäuser, die mit fast 100 Metern die höchsten des Aargaus werden sollen.

Bisher waren zwei breite Hochhäuser geplant. Nun wurde eine neue Lösung präsentiert: Es sollen je zwei schmalere Doppelhochhäuser entstehen, also insgesamt vier Gebäude. Dieses Resultat präsentiert das Berner Totalunternehmen Losinger Marazzi, das mit der Entwicklung und Realisierung des Projekts betraut ist. Die Firma hatte ein Studienauftragsverfahren eingeleitet, um das neue Quartier zu konkretisieren. Sieben Architektenteams reichten ihre Projektideen ein, über die ein Gremium, indem mit Bauverwalter Oliver Hager auch ein Mitglied der Gemeinde Spreitenbach sass, entschied. Dieses wählte aus einer breiten Palette den jeweils besten Vorschlag für Architektur und Landschaftsgestaltung des Zentrums aus. Drei der Teams dürfen ihre Vorschläge nun weiterverfolgen.

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Für die «feingliedrige», also die schmale Variante der Hochhäuser, entschied sich das Gremium, weil diese mehr attraktive Wohnungen mit einer zwei- oder sogar dreiseitigen Ausrichtung erlaubt, wie Losinger Marazzi in einer Medienmitteilung schreibt. Gleichzeitig lassen sie den Spreitenbachern mehr Durchsicht.

Mehrwert abschöpfen

Den Beteiligten waren die Qualität der Freiflächen, der Grünräume, der Begegnungsorte und eine sinnvolle Wegführung wichtig. Das Freiraumkonzept des Studios Vulkan Landschaftsarchitektur fand im Gremium deshalb den grössten Zuspruch: Sein Ansatz ist von Bäumen geprägt und wird über einen längeren Zeitraum realisiert. Rund um die neuen Gebäude sollen zahlreiche Grünflächen und Begegnungsorte entstehen. Zudem können auch die Dachflächen des Shoppi genutzt werden, zum Beispiel für Spielplätze und Gartenflächen. Eine Esplanade soll als Scharnier zwischen Shoppi und Stadtpark dienen.

Finanzielle Frage

«Die Massnahmen im Stadtpark sind auf das Machbare reduziert und sollen zusammen mit der Bevölkerung realisiert werden», schreibt das Unternehmen weiter. Das «Machbare» ist eine finanzielle Frage, sagt Valentin Schmid, Gemeindepräsident von Spreitenbach. In wenigen Monaten wird die Gemeinde deshalb über einen Mehrwertausgleich informieren: «Nach dem eidgenössischen Raumplanungsgesetz können wir Mehrwert fürs Gemeinwohl abschöpfen. Da sind wir in Verhandlungen mit der Credit Suisse», so Schmid. Die Mittel sollen für die Gestaltung des Stadtparks oder für Unterhaltsaufgaben eingesetzt werden.

Die Spreitenbacher Bevölkerung hat die Möglichkeit zur Mitwirkung im Entwicklungsrichtplan «Neumatt» bereits intensiv genutzt. Ein Langhaus wurde damals kritisiert, da es das Langäckerquartier wie eine Mauer vom Zentrum Neumatt und vom Shoppi trennen würde — statt die umliegenden Quartiere zu vernetzen. Im neuen Vorschlag sind es nun zwei quer zur Baumgartenstrasse stehende «Zeilenbauten», in denen Eigentumswohnungen entstehen würden. Der Gemeinde ist es wichtig, dass sich eine funktionierende Gemeinschaft von Mietern und Eigentümern im neuen Quartier ansiedelt. Durch die zukünftige Vernetzung des Quartiers mit der Limmattalbahn, aber auch dem guten Anschluss an das Busnetz, soll es ein Quartier mit möglichst wenigen Autofahrten werden. Trotzdem ist ein neues Parkhaus vorgesehen. Damit könnten die Aussenparkplätze beim Shoppi aufgehoben werden, damit die geplanten Freiräume und Grünflächen realisiert werden können.

Die Resultate der Studie sind in einer öffentlichen Ausstellung noch bis 31. August im Zentrumsschopf Spreitenbach zu besichtigen.