Daniel Oetiker startet ab heute an den Swiss Skills in Bern. Qualifiziert hat er sich bereits letztes Jahr. Der 19-Jährige lernt einen Beruf, den man nicht mehr alle Tage trifft: Er ist Hufschmied. Zurzeit ist er im dritten Lehrjahr. Zusammen mit seinem Lehrmeister Silvan Erne ist er Teil eines Zwei-Mann-Betriebs in Full-Reuenthal.

Eine Lehrstelle zu finden, war nicht gerade einfach. Dies habe mehrere Gründe, so Oetiker. Erstens gibt es nicht mehr so viele Hufschmiede. Zweitens sind die Betriebe eher klein, ein Betrieb stellt meistens nur einen Lehrling an. Ausserdem dauert die Lehre vier Jahre. Das heisst, bei vielen Betrieben wird erst nach vier Jahren wieder eine Lehrstelle frei. Pro Lehrjahr gibt es nur rund 15 Lehrlinge in der Schweiz.

Wie kommt man eigentlich auf die Idee, Hufschmied zu werden? «Ich reite, seit ich vier Jahre alt bin. Mit zehn habe ich mein erstes Island Pony bekommen. Mit der Zeit hat sich der Wunsch entwickelt, später im Beruf etwas mit Pferden zu machen. Eine Lehre als Hufschmied war da naheliegend», sagt Oetiker.

Ein normaler Arbeitstag beginnt um sieben Uhr morgens. Das Auto wird mit dem nötigen Material beladen. Dann besuchen sie die Pferdehöfe. Je nachdem wie gross ein Hof ist, verbringen sie schon mal einen ganzen Tag am gleichen Ort. Sie arbeiten meistens zu zweit. Eine Person hält den Fuss des Pferdes, der zweite beschlägt den Huf.

Ruhig bleiben hilft

Was Daniel Oetiker an seinem Beruf gefällt, ist natürlich der Umgang mit den Tieren, aber nicht nur das. Sie hätten auch sehr viel Kundenkontakt, sagt Oetiker. Die Arbeit mit Pferden sei nicht ganz ungefährlich. Doch brenzlige Situationen gebe es selten. «Manchmal sind die Tiere nervös, dann hilft es eigentlich meistens, wenn man selber ruhig bleibt.» Auch schlecht erzogene Pferde gebe es manchmal. «Die versuchen dann, Grenzen auszutesten. Doch das kommt zum Glück bei den Tieren unserer Kundschaft sehr selten vor.»

Jetzt steht eine Herausforderung der anderen Art an: Daniel Oetiker misst sich mit den besten Hufschmied-Lehrlingen der Schweiz. Es ist seine erste Teilnahme. Sein Wettkampf besteht aus sechs Teilen. Auf fünf davon kann er sich vorbereiten, der sechste Teil ist unbekannt. Ein Ziel hat er sich nicht gesetzt. «Es hat Lehrlinge, die bereits im vierten Lehrjahr sind oder die Lehre im Sommer abgeschlossen haben. Die haben natürlich mehr Erfahrungen als ich.» Aber der Rang spiele ihm keine Rolle. «Hauptsache, ich kann mein Bestes geben.»