Baden

Es wird doch noch Licht am Oelrain — wie die Beleuchtung aussehen wird, liegt aber noch im Dunkeln

Schöne Überraschung: Stadtrat Philippe Ramseier (l.) mit Giuseppe Domeniconi und Sabina Dürrenberger vom Römer-Quartierverein am Oelrain.

Der Einsatz hat sich gelohnt: Die Stadt Baden baut eine Beleuchtung an der Oelrain-Treppe und erfüllt damit den Wunsch aus dem Römerquartier und aus Ennetbaden.

Für den Römer-Quartierverein und die Gemeinde Ennetbaden gibt es eine frohe Botschaft, noch bevor der Advent überhaupt angefangen hat: Die Stadt Baden schafft an der Oelrain-Treppe eine Beleuchtung. Das teilte Stadtrat Philippe Ramseier (FDP) gestern bei einem Augenschein dem Vorstand des Quartiervereins und dieser Zeitung mit.

«Nachdem der Kanton nach vielen Gesprächen seinen Segen gegeben hat, machen wir uns jetzt an die konkrete Planung», sagt Ramseier. Es ist ein alter Wunsch von vielen Anwohnern, die Treppe zu beleuchten und damit sicherer zu machen. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist die Treppe durch den Oelrain-Wald abends eine Stolperfalle. Der Quartierverein lud hier deshalb letztes Jahr zu einer grossen Kerzen-Aktion.

«Wir haben lange dafür gekämpft»

«Dass die Beleuchtung jetzt Realität wird, ist eine sehr schöne Überraschung», sagt Giuseppe Domeniconi, der sich im Vorstand des Römer-Quartiervereins engagiert. «Wir haben lange dafür gekämpft. Die Nachricht ist jetzt fast ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk.»

Der Quartierverein habe ein grosses Verständnis dafür, dass man am Oelrain Rücksicht auf Flora und Fauna nehmen muss. Das Waldstück zwischen der Parkhauseinfahrt zum Bahnhofplatz und der Limmatpromenade ist eine Naturschutzzone und untersteht dem kantonalen Waldgesetz. «Wir haben stets auf eine umweltverträgliche Lösung gehofft», sagt Sabina Dürrenberger, die ebenfalls Vorstandsmitglied des Quartiervereins ist.

«Naturschutz ist uns sehr wichtig. Aber der Weg ist ein offizieller Fussweg, er wird viel benutzt und ist in der Dunkelheit einfach gefährlich. Umso schöner, dass die Stadt und der Kanton nun einen Kompromiss gefunden haben.»

Möglichst wenig Lichtverschmutzung

Im Laufe des kommenden Jahres soll nun eine Beleuchtung gemäss den kantonalen Vorgaben installiert werden. «Wir möchten möglichst wenig Lichtverschmutzung, und gleichzeitig optisch eine gute Lösung schaffen», sagt Ramseier. «Sie soll Sicherheit schaffen und die Natur so wenig wie möglich tangieren.»

Was das kostet, kann man derzeit noch nicht sagen. Im Baugesuch, das die Stadt im März vorlegte, war von 40'000 Franken die Rede. Eine Variante mit vier Kandelabern, wie im Baugesuch, komme aber nicht mehr in Frage. Das hätte der Kanton nicht erlaubt, da im Aargauer Wald generell keine Leuchtkörper aufgestellt werden dürfen.

Für die oft etwas schmuddelige und trostlose Umgebung unter dem Parkhaus-Viadukt prüfe er mit seiner Abteilung eine mögliche Aufwertung, sagt Ramseier. Ob das mit einfachen Mitteln machbar sei, müsse sich aber noch zeigen.

Im Oelrain-Wald und auf der Treppe landet immer wieder viel Abfall vom Bahnhofplatz. Jetzt im Herbst sieht man hier unter anderem hunderte Bierdosen, die vom Platz in den Wald geworfen wurden. «Die Treppe ist aber schon viel sauberer geworden, seit die Mitarbeiter der Stadt hier öfter unterwegs sind», sagt Dürrenberger. «Da möchten wir insbesondere dem Werkhof ein Kränzchen winden.»

Hunderte Kerzen bringen Treppe zum Leuchten

Der Ennetbadener Gemeindeammann Pius Graf (SP) freute sich gestern ebenfalls über die Nachricht. Denn der Weg dient vielen Ennetbadenerinnen und Ennetbadenern als schnelle Verbindung zum Bahnhof Baden, die Gemeinde setzte sich beim Stadtrat deshalb wiederholt für die Beleuchtung ein. «Für die Ennetbadener Bevölkerung ist das sehr erfreulich. Wir haben immer den Wunsch geäussert, dass es hier eine möglichst dezente Beleuchtung gibt», sagt Graf. «Dass die Stolperfallen jetzt verschwinden und die Stadt unser Anliegen aufgenommen hat, schätzen wir sehr.»

Der Oelrain gehörte bis 1928 der Ortsbürgergemeinde, die ihn damals an die Stadt verkaufte. Seinen Namen hat der Abhang unterhalb des Bahnhofplatzes von der Öltrotte, die dort stand, wo 1790 das Haus zum Schwert gebaut wurde. Wie schon letztes Jahr plant der Römer-Quartierverein auch in diesem Advent wieder eine Teelicht-Aktion. Mit hunderten Kerzen bringen Freiwillige die Treppe zum Leuchten. Nächstes Jahr wird das nicht mehr nötig sein.

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