Noch vor den Sommerferien wollte Einwohnerrat Miro Barp (SVP) den Stadtrat mittels Motion verpflichten, dem Stadtparlament Bericht und Antrag für den Einbau eines Kunstrasenplatzes im Stadion Au zu stellen. Doch weil die Sitzung sehr lange dauerte, wurde dieses Thema gar nicht erst diskutiert, sondern die Sitzung vom vergangenen Freitagabend neu traktandiert. Da während den vergangenen Wochen unter den Politikern ein intensiver Austausch zu diesem Thema stattgefunden hatte, der teilweise Parteien gespalten habe, zog Barp seine Motion zugunsten eines überparteilichen Vorstosses zurück.

In der neuen Motion, die von Barp, Rita Boeck (SP), Willi Wengi (FDP) und Michel Indrizzi (FDP) unterzeichnet ist, geht es um die Förderung der Bewegungs- und Sportmöglichkeiten der Brugger Bevölkerung, im speziellen der Kinder und Jugendlichen. Dabei soll der Stadtrat aufgefordert werden, unter anderem weitere Bewegungs- oder Sportplätze im Schachen zu prüfen.

Die Stadt Brugg zeige sich in ihrem aufwendigen Standortförderprogramm dynamisch und beweglich. Dabei seien ausgerechnet viele Kinder und Jugendliche in ihren Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt, weil in der Stadt die notwendige Infrastruktur fehle, schreiben die Motionäre als Begründung.

«Dringender Handlungsbedarf»

Der FC Brugg beispielsweise ist einer der grossen Fussballvereine des Kantons Aargau, der für die Fussballbegeisterten wichtige Integrationsarbeit und einen grossen Beitrag an die Gesundheitsförderung leistet. «Wegen der langen Warteliste müssen motivierte Kinder und Jugendliche zum Teil sehr lange warten, bis sie ins Fussballtraining aufgenommen werden können», so die vier Motionäre weiter. Deshalb bestehe dringender Handlungsbedarf, der «erfahrungsgemäss mit einem Kunstrasenplatz aufgefangen werden könnte».

Der FC Brugg hatte bekanntlich bereits am 30. April 2010 beim Stadtrat den Einbau eines Kunstrasenplatzes beantragt. Seither hat sich die Situation laut den vier Einwohnerräten weiter verschärft. Die Warteliste für die Kinder sei noch länger geworden, unter anderem wegen des starken Wachstums der Stadt Brugg in den letzten zehn Jahren. Die Trainingsmöglichkeiten für fussballbegeisterte Kinder und Jugendliche hätten mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten und «sind seit 30 Jahren gleichgeblieben».

Auch eine Neugestaltung des Eingangsbereichs zum Stadion Au ist in Brugg schon seit Jahren ein Thema. Der Stadtrat hat am Freitag eine entsprechende Motion von Barp und 27 Mitunterzeichnern – ohne Diskussion und Abstimmung – entgegengenommen.