Eine Tafel kündigt beim Eingang zum Gasthof Sonne an der Zürcherstrasse in Windisch die Betriebsschliessung auf den 1. Oktober 2018 an. Die Mitteilung schockiert die Gäste und die Bevölkerung. Man kann es kaum glauben: Das beliebte und älteste noch bestehende Windischer Restaurant schliesst die Türen. Da kann nur ein schwerwiegendes Problem zu diesem abrupten Ende führen.

Gesundheitlich angeschlagen

Die Wirtin und Eigentümerin der «Sonne», die 47-jährige Christine Fricker, kann bei unserem Gespräch ihre schwere Betroffenheit über diesen Schritt nicht verbergen. Doch die Gesundheit liess keine andere Wahl zu. Seit Jahren leidet sie an einer Krankheit, die sich im Laufe der Zeit verschlimmerte und sie zusehends schwächte. Eine Besserung ist noch nicht eingetreten. Es wurde immer schwieriger, den Betrieb weiterzuführen. Deshalb entschied sie sich vor einem Monat zur Schliessung.

Dies tut nicht nur darum weh, weil der Gasthof seit 184 Jahren besteht und seit 1885 von vier Generationen der Familie Fricker geführt wurde. So wirteten ihre Eltern 40 Jahre lang daselbst, wobei der Vater bis um 1970 noch den Bauernbetrieb führte. Ebenso schmerzt, die treue Kundschaft nun zu verlieren und die Angestellten entlassen zu müssen. Zu diesem «tollen Team», wie die Wirtin anfügt, zählen neben einer Aushilfe vier Festangestellte, darunter der Küchenchef Michel Cuvelier, der seit 20 Jahren hier wirkt.

Heimelige Wirtschaft

Vielen Restaurants macht die Abnahme der Kundschaft zu schaffen. War dies mit ein Grund zur Aufgabe, so unsere Frage. Christine Fricker verneint vehement. «Natürlich herrschte keine Hochkonjunktur mehr, aber wir kamen mit Anpassungen gut über die Runden, dies dank der treuen Stammkundschaft, den Vereinen und den Chauffeuren. Sie alle kehren gerne hier ein und schätzen den grossen Parkplatz, die Ambiance im Restaurant und die Gastfreundschaft.»
Das heimelige Interieur wirkt wie eine «gute Stube von anno dazumal», Gäste und Personal fühlen sich denn auch wie eine Familie mit einer liebenswürdigen Gastgeberin.

Beliebt sind sodann die Gartenwirtschaft unter Platanen, das Angebot aus der Küche und die ganztägige Öffnungszeit. Die Vereine schätzen ebenso das Säli und den grossen Saal, für das schon fürs nächste Jahr Reservationen vorliegen. Sehr gut frequentiert waren auch die vier Hotelzimmer.

Das Restaurant zu verpachten, kommt für Christine Fricker nicht infrage. «Es in unserem Sinn und Geist weiterzuführen, ist nicht leicht. Zudem bin und bleibe ich hier zu Hause.»
Wäre es denkbar, dass sie bei Gesundung später eine Wiedereröffnung in Betracht zieht? Die Wirtin schliesst dies nicht ganz aus, sieht aber im Moment keine Hoffnung, weil sie mitten in dieser schwierigen Phase steckt. Sie bittet die Gäste denn auch um Verständnis und dankt für die grosse Verbundenheit. – Somit geht nun zum grossen Bedauern vieler «die Sonne unter».

Die Aargauer Gastronomie im Wandel:

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