Mit 108:8 hat der Grosse Rat am Dienstag der Fusion von Brugg und Schinznach-Bad zugestimmt. Gleich vier Nein-Stimmer waren Grossräte aus dem Schenkenbergertal: Martin Wernli (SVP, Thalheim), Roland Frauchiger (EVP, Thalheim), Robert Obrist (Grüne, Schinznach) und Martina Sigg (FDP, Schinznach). Ebenfalls Nein sagte Martin Brügger (SP, Brugg).

Martina Sigg, warum haben Sie Nein gestimmt zur Fusion von Brugg und Schinznach-Bad?

Martina Sigg: Ich habe mir im Vorfeld überlegt, ob ich während der Abstimmung rausgehen soll. Dann aber habe ich mich entschieden, Nein zu stimmen. Ich stehe zu meiner Meinung, mache aus meinem Herzen keine Mördergrube. Von Beginn weg war ich überzeugt, dass es sinnvoller gewesen wäre, wenn sich Schinznach-Bad Richtung Schenkenbergertal orientiert hätte.

War dieses Nein ein letztes Aufbäumen?

Von einem Aufbäumen kann keine Rede sein. Es war klar, dass die Fusion im Grossen Rat gutgeheissen wird, formale Gründe sprachen ja nicht dagegen. Das Volk hat ebenfalls bereits zugestimmt, wenn auch sehr knapp. Ich habe aber in der Fraktionssitzung meine Position klargemacht, zeigte den Parteikollegen die Karte mit diesem «Schwänzli» bis nach Holderbank.

Wie sehr hat die Diskussion um den Bezirksschulstandort in Schinznach-Dorf Ihre Meinung beeinflusst?

Die Gefährdung der Bezirksschule durch die Fusion ist eines von vielen Argumenten gegen die Fusion. Ausschlaggebend für ein Nein war für mich auch, dass Schinznach und die Schenkenbergertaler Gemeinden bis anhin in anderen Bereichen wie der Feuerwehr oder der Badi gut zusammengearbeitet haben. Der demokratische Entscheid ist nun aber gefallen, wir im Tal müssen jetzt damit leben.

Wie sieht denn jetzt die Zukunft für die Bezirksschule in Schinznach-Dorf aus? Planen die Schenkenbergertaler Grossräte diesbezüglich etwas?

Es sind Gespräche mit den Gemeindeammännern geplant. Fakt ist aber, dass es kleine Schulen im ganzen Kanton Aargau künftig schwer haben werden. Und da gehört die Bezirksschule in Schinznach-Dorf auch dazu. Dieses Problem muss man im Grossen angehen. Spruchreif ist allerdings noch nichts.