Muri

1. Erwähnung: 924

Nennungen: Murahe, Mure, Murensi, Mura, Mûre, Mvre, Muren, Muire, Muri

Muri ist eine Bildung aus dem ahd. Gattungswort mura «Mauer» und dem Kollektivsuffix -ahi, das eine Stelle bezeichnet, wo ein Objekt in grosser Zahl vorhanden ist. Ahd. mura ist ein altes Lehnwort aus lateinisch murus «Steinmauer». Die Germanen, die mit Holz bauten, lernten die Steinmauer erst von den Römern kennen und entlehnten das entsprechende Gattungswort in der Kaiserzeit.

Muri «Bei den Mauerresten» ist ein ursprünglicher Flurname. Er weist auf Überreste steinerner Gebäude hin, die von den Alemannen bei ihrer Einwanderung aufgefunden wurden.

Kristol wird beinahe ausfallend, wenn er darunter schreibt: «Auf die Hirngespinste einiger selbsternannter ‹Keltenfreunde›, welche in jüngster Zeit den Namen von einer keltischen Gottheit herleiten wollen, wird hier nicht eingegangen.»

Niederwil

1. Erwähnung: 924

Nennungen: Wilare, Wilo, Vuila, Wile, Wilo, Villo, Vuilo, Vuillare, Willare, Wilere, Will, Wyle, Nidren Wile, Nideren Wile, Niderwile

Wie aus Belegen hervorgeht, geht der Name Niederwil auf das ursprüngliche Wiler, ahd. wilari «kleines Dorf, Weiler, einzelnes Gehöft» zurück. Seit Beginn des 14. Jh. wird der Name in den Belegen mit dem mhd. Adjektiv nidere als ze Nid(e)ren Wile «beim unteren, tiefer gelegenen Wil» präzisiert zur Unterscheidung vom auch im Reusstal gelegenen Oberwil-Lieli.

Oberlunkhofen

1. Erwähnung: 853

Nennungen: Lunchunft, Lunkof, Lonquust, Lunkunfth, Lungunft, Lunguft, Lunkuft, Lunchft, Lunchopht, Luncuft, Lvnkvnft, Lunkofth, Lunghufft, Luntdof, Lunkufft, Lunghoft etc.

Die Herkunft der Ortsnamen von Ober- und Unterlunkhofen sind leider nicht vollständig geklärt. Sicher ist einzig, dass es sich um Namen voralemannischer Herkunft handle. Es gibt verschiedene Deutungsansätze, die jedoch scheinbar alle wenig überzeugend sind. Hier drei dieser Deutungsversuche:

Es wird vorgeschlagen, Lunkhofen könne auf den Stamm lun- «Achsnagel, runder Stock» zurückgehen. Der Name soll eine Stelle bezeichnen, wo runde Hölzer in flache Flüsse gelegt wurden, um Lasten hinüber zu rollen. Andererseits vermutet Zehnder, es sei ein vordeutscher Siedlungsname aus gallo-roman. *Lunda-cumb-eta «Hochtälchen an der *Lunda» später Lun-k-(h)ofen «bei den Höfen an der *Lunda». *Lunda dürfe als vorgermanische Namensform der Reuss betrachtet werden, der von der Wurzel *leu- «schwärzlich, Sumpf» abgeleitet wird und «Fluss im Sumpftal» bedeutet. Als Grundwort schlägt er ein galloromanisches cumb-eta «Hochtälchen», Verkleinerungsform von keltisch cumba «Tal, Talkessel, Trog» vor. Allerdings liegen weder Ober- noch Unterlunkhofen in einem Tälchen. Drittens wurde Lunnern zu einem keltischen *lunda «Tonerde» gestellt, was ebenfalls wenig wahrscheinlich sei.

Alle drei Deutungsvarianten kann Kristol durch sprachgeschichtliche oder geografische Argumente entkräften.

Oberrüti

1. Erwähnung: 1236

Nennungen: Ruty, Ruti, Rui, Ruthi, Ruthe, Ruth, Ruiti

Der Name Rüti entspricht dem schweizerdeutschen Gattungswort Rüti «Rodung; von Holzwuchs und Buschwerk gereinigtes, urban gemachtes Stück Land». Es handelt sich um ein Substantiv zum ahd. Verb riuten «reuten, roden». Rüti findet sich urkundlich seit etwa dem Jahr 900 in der ganzen Deutschschweiz. Der Zusatz ober-, der in der Schreibform erst sehr spät erscheint, beschreibt die relative Lage der Gemeinde in Bezug auf die Weilersiedlung Unterrüti.

Oberwil(-Lieli)

1. Erwähnung: 1040

Nennungen: Willare, uuillare, Wile,  Weilere, Vuillare, Willare, Wilare, Wilere, Ober-Wiler, Will, Wille, Oberwilare,  Wiliberg, Wileberg, Obern-Wile

Wie aus den Belegen hervorgeht, geht der Name Oberwil auf ursprünglich Wiler «kleines Dorf, Weiler, einzelnes Gehöft» zurück. Seit dem 13. Jh. wird der Name in den Belegen mit dem mhd. Adjektiv ober- als *ze ober(e)n Wile «beim höher gelegenen Wil» präzisiert zur Unterscheidung vom reussabwärts gelegenen Niederwil. Im 14. Jh. finden sich auch Belege mit dem unterscheidenden Zusatz berg (ze Wileberg «Wilberg; Wil am/auf dem Berg»).

(Oberwil-)Lieli

1. Erwähnung: 1040

Nennungen: Liele, Liela

Der Name Lieli wird in der bisherigen Forschung allgemein zum ahd. Pflanzennamen liola «Waldrebe» gestellt. Es handelt sich um einen ursprünglichen Flurnamen, der in der Zeit der Alemannen sekundär zum Ortsnamen geworden ist.

Rottenschwil

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Rotaswil, Rotaswile, Rotiswil, Roteswil, Rotolfswile, Roteswile, Rottoswile, Rotoswile, Rottaswil, Rotenswile

Da die Originalbelege für Rottenschwil erst gegen Ende des 13. Jh. einsetzen, kann der Name nicht völlig sicher gedeutet werden. Wie die Form Rotolfswile von 1281 zeigt, handelt es sich jedoch vermutlich ursprünglich um eine Bildung mit dem ahd. Personennamen Hrodulf/Hrotulf und der Ortsnamenendung -wiler. Als ahd. Grundform ist *Hrotulfeswilari «beim Gehöft des Hrotulf» anzunehmen. Zehnder dachte eher an den Personennamen Roto und die Grundform *Rot-ines-wilari «Hofsiedlung des Rotin», wird von Kristol aber stark angezweifelt.

Rudolfstetten(-Friedlisberg)

1. Erwähnung: 1150

Nennungen: Ruodolfesteten, Ruodolfsteten, Ruodolfstetin, Ruodolfistettin,  Ruodolfstetten, Rodolfstetten

Rudolfstetten ist eine Bildung mit dem ahd. Personennamen Hruodolf und der Ortsnamenendung -stette(n) «Ort, Stelle, Platz». Als ahd. Grundform ist *(ze) Hruodolfesstetin «bei den Wohnstätten des Hruodolf» anzunehmen. Die Mundartlautung «Ruedistette» beruht auf der schweizerdeutschen Kürzung des Personennamens Rudolf zu Ruedi.

(Rudolfstetten-)Friedlisberg

1. Erwähnung: 1275

Nennungen: Fridispach, Freidelsperg,  Fridelsperg

Der Ortsname Friedlisberg ist eine  Bildung aus dem ahd. Personennamen Fridulin, Fridilin und dem ahd. Gattungswort bërg, mhd. berc «Berg, Anhöhe, Geländeerhebung». Als ahd. Grundform ist *Fridulinesbërg oder *Fridilinesbërg «Berg des Fridulin/Fridilin» anzusetzen. Der Name bezieht sich auf die Lage der Ortschaft am nordöstlichen Hang des Mutschellens, am Übergang vom Aargauer Reuss- ins Zürcher Limmattal.

Beim Erstbeleg Fridispach ist unsicher, ob er hierher gehört; es könnte sich um eine Verschreibung -pach statt -perh handeln. Das Gemeindewappen, das den heiligen Fridolin (Fridli) zeigt, beruht auf einer späten religiösen Neumotivierung des  Namens.