Noch sind es nur schöne Worthülsen. Das hat der Murianer Gemeindepräsident Hampi Budmiger bei der Präsentation von Leitbild und Legislaturziele selber gesagt. Tatsächlich sind Leitbilder von Gemeinden, von Organisationen und Vereinen, die sauber ausgedruckt sozusagen unberührt in irgendeiner Schublade liegen, ungezählt. Der Gemeinderat Muri unterstreicht glaubhaft, es anders machen zu wollen.

Viele Herausforderungen warten: Es gibt kein langfristiges Verkehrskonzept. Die wachsende Bevölkerung verlangt nach einem Ausbau der Infrastruktur. Vielleicht schlittert die Gemeinde – aktuelle Schätzungen deuten darauf hin – beim Leerwohnungsbestand längerfristig in die Problemzone. Zwar kann der Gemeinderat keinen Einfluss darauf nehmen, was und wie viel gebaut wird. Aber wie – Stichwort Bahnhofareal oder Riesenareal Brühl. Die Verwaltung ist räumlich am Anschlag, die Digitalisierung schreitet voran. Der Gemeinderat kann es sich nicht leisten, den Sätzen im Leitbild keine Taten folgen zu lassen.

Aber er braucht die Unterstützung durch die Bevölkerung. Wer ständig auf der Sparbremse steht, wem ein tiefer Steuerfuss das wichtigste Anliegen ist, wer innovative Ansätze torpediert und nicht bereit ist, ein gewisses Risiko einzugehen, darf sich nicht wundern, wenn sich seine Gemeinde negativ entwickelt.

Wenn Leitbild und Legislaturziele nicht Worthülsen bleiben, ist oder bleibt die für die ganze Region wichtige Zentrumsgemeinde das, was die Imagebroschüre verspricht: Ein Ort, wo man sich freut, «wenn auch Sie sich in Muri wohlfühlen und hier ein Stück Heimat finden. Egal, wo Sie herkommen».