Also ehrlich: Wer nicht in Muri wohnt, ist selber schuld. Das jedenfalls drückt die neue Imagebroschüre der Gemeinde aus. Sie zeigt sehr attraktiv, wo – und wie – die Murianer wohnen. Wichtiger aber sind eigentlich das neue Leitbild und die daraus vom Gemeinderat abgeleiteten Legislaturziele für die laufende Amtsperiode. Gemeindepräsident Hampi Budmiger war sichtlich glücklich, «endlich zeigen zu können, was wir vor einem Jahr gestartet haben».

Alle relevanten Kreise waren in Workshops zur Erarbeitung eines neuen Leitbildes vertreten. «Mit den Ideen und Eingaben am Begegnungstag mit der Bevölkerung im September 2017 haben wir eine Vision entwickelt, ein Bild gezeichnet, wo wir hinwollen.» Das ist nichts weniger als eine moderne, umweltbewusste Gemeinde, hin zu einem «Leben mit Kultur».
Qualitative Entwicklung

Leben mit Kultur bedeutet in Muri nicht nur klassische Musik, Klostermuseum oder Musig im Pflegidach. «Wir meinen mit diesem Slogan Kultur im Umgang miteinander, Kultur im Umgang mit der Umwelt, im Verkehr», machte Budmiger klar. Entsprechend fasst das Leitbild zusammen, dass sich der Gemeinderat für eine qualitativ überzeugende Entwicklung der Gemeinde einsetzt und Sorge trägt zur natürlichen Umgebung. Er gestaltet für die gut durchmischte Bevölkerung gesunde Wohnräume, fördert mit einem lebendigen Vereinsleben die Begegnung der verschiedenen Generationen, stärkt mit fortschrittlichen Schulen und attraktiven Sportanlagen die Familienfreundlichkeit der Gemeinde.

Vielfältige Arbeitsplätze und das grosse kulturelle Angebot machen Muri zusätzlich attraktiv. Schliesslich will der Gemeinderat sichere Fuss- und Radwege schaffen und den Verkehr im Interesse der Einwohner lenken. «Da haben wir bisher nur punktuelle Verbesserungen gemacht, die grossen Würfe waren das nicht», zeigte sich Vizepräsidentin Milly Stöckli selbstkritisch.

Der Weg zur «Smart City»

«Keine Angst», beruhigte Budmiger gleich zu Beginn, «wenn wir uns zur Philosophie der ‹Smart City› bekennen, heisst das nicht, dass wir zur Stadt werden wollen.» Der Begriff Smart City bedeutet nichts anderes als umwelt- und ressourcenschonendes Dorf/Stadt. Der Gemeinderat strebe eine nachhaltige Entwicklung an, damit Muri auch in Zukunft ein Dorf zum Wohnen, Arbeiten und Leben sei. «Das wollen wir aktiver als bisher tun.» Konkret heisst das, dass sich der Gemeinderat etwa in Planungen frühzeitig einbringen will.

Die aus dem Leitbild heraus formulierten Legislaturziele seien nicht alle auf einmal zu realisieren, machte Budmiger klar. «Schliesslich verfolgen wir auch eine verantwortungsvolle und verlässliche Finanzpolitik.» Deshalb wird es zur etappenweisen Verwirklichung der gemeinderätlichen Vision kommen, über die jedes Jahr konkret Rechenschaft abgelegt werden soll. Und der Gemeinderat hat sich eine eigene rote Linie gesetzt: «Die Verschuldung pro Kopf darf nicht über 3000 Franken steigen.»

In ihrem Leitbild schaut die Gemeinde Muri nicht allein für sich. «Wir nehmen unsere Zentrumsfunktion aktiv wahr und stärken damit unsere Gemeinden und die Region», heisst es darin. «Dabei achten wir auf eine ausgewogene Verteilung der Lasten.» Mit den Nachbargemeinden soll eine konstruktive Zusammenarbeit gepflegt werden. Verschiedene Herausforderungen sollen gemeinsam bewältigt werden.

Leitbild und Legislaturziele sind auf der Gemeindeverwaltung erhältlich oder online zu sehen.

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