Jedes Jahr legen die Mitarbeiterinnen der Spitex Oberfreiamt rund 34 000 Kilometer zurück, um ihre Klientinnen und Klienten zu besuchen und zu betreuen. «Das sind rund 1300 Stunden Zeit, die wir nur fahren», stellt Stützpunktleiterin Beatrice Scherrer fest. Die Spitex Oberfreiamt ist für die Gemeinden Abtwil, Auw, Dietwil, Mühlau, Oberrüti und Sins täglich im Einsatz. Jetzt hat es ein neues Auto gegeben, einen Fiat Panda, der dank Werbeaufschriften von knapp 20 Sponsoren für die Institution kostengünstig unterwegs ist.

Am Puls der Zeit

Es sind 15 Mitarbeiterinnen, die sechs 100-Prozent-Stellen teilen. Sowohl in der Krankenpflege als auch in der Hauswirtschaft helfen sie die ganze Woche mit, dass Menschen möglichst lange zu Hause bleiben können. Im letzten Jahr wurden, wie Scherrer erklärt, 190 Klientinnen und Klienten betreut, 44 mehr als im Vorjahr. Und was sie und den Präsidenten der Spitex Oberfreiamt besonders freut: Die Mitarbeiterinnen verrichten ihre Arbeit gerne. «Wir sind eine attraktive Arbeitgeberin und in der komfortablen Situation, keine Schwierigkeiten bei der Personalrekrutierung zu haben.»

Die Spitex ist am Puls der Zeit, so lautet das Motto des nationalen Spitex-Tages am 1. September. Themen wie Digitalisierung, ressourcenschonende Wahl der Transportmittel (die Spitex Oberfreiamt hat neben einem zweiten Auto ein Elektro-Velo im Betrieb), attraktive Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie eine fortschrittliche Organisation der Betriebe seien auch der Spitex Oberfreiamt ein wichtiges Anliegen. «Mitarbeiterinnen und Vorstand sind gefordert und bestrebt, den ‹Puls der Zeit› in der täglichen Arbeit mit einzubinden und umzusetzen», unterstreicht Scherrer. Auch wenn sich vieles verändere, eines bleibe gleich: «Die Spitex ist ein wichtiger Teil des Gesundheitswesens.» Die Spitex Oberfreiamt arbeitet nahe mit den Angehörigen, Ärzten, Spitälern, Spezialisten und anderen Diensten zusammen. Auch kommt sie ihren Ausbildungsverpflichtungen des Kantons nach und hat immer wieder Lernende unter ihrer Obhut.

Hoher Kostendruck

Martin Abt, seit April Präsident des Vereins Spitex Oberfreiamt, der rund 350 Mitglieder zählt, machte deutlich, dass die Spitex als Non-Profit-Organisation ein unverzichtbarer Teil der Gesundheitsversorgung ist. «Wir sind ein wichtiger Player in der Gesundheits-, Alters- und Sozialpolitik.» Im Gegensatz zu privaten Pflegediensten «gehen wir überall hin, ungeachtet des Aufwands». Die Zusammenarbeit mit anderen Leistungserbringern werde gesucht und gepflegt. Bei der psychiatrischen Pflege zu Hause beispielsweise werde mit der Spitex Muri zusammengearbeitet. Abt legte aber auch dar, dass der Kostendruck im Gesundheitswesen gross ist und wohl noch grösser werden wird. Die steigenden Kosten beziehungsweise geplante Umlagerungen werden sich schliesslich auch auf die Gemeinden, welche die Restkosten übernehmen müssen, auswirken. Als positiv beurteilte er die Entwicklung hin zum elektronischen Patientendossier. «Dann kann man auch zu Hause nachschauen, was man hat.»