«Schauen Sie sich um, liebe Tägligerinnen, liebe Tägliger», sprach Gemeindeammann Beat Nietlispach, als er am Samstagmittag bei strahlendem Sonnenschein den Festakt zur Einweihung der neuen Sportanlagen in Tägerig eröffnete. «Spricht diese Anlage nicht für sich selbst? Ein ehemaliger Bundesrat hat für solche Gelegenheiten die Aussage geprägt: Freude herrscht!» Nietlispach hatte jeden guten Grund, alt Bundesrat Adolf Ogi zu zitieren, denn nach jahrelangen Querelen haben die Einwohner von Tägerig doch noch ja gesagt zur Sanierung des alten Fussballplatzes, der nicht nur zu klein, sondern geradezu gefährlich war für die 350 Aktiven des Fussballclubs Tägerig, die sich Woche für Woche den unberechenbaren Verhältnissen auf dem mal zu harten, mal zu rutschigen Untergrunds aussetzten.

Diakon Hans Zürcher von der römisch-katholischen und Pfarrerin Jasmin von Wartburg als Stellvertreterin der evangelisch-reformierten Kirche segneten den Fussballplatz und damit die ganze Anlage nach altem Brauch und neuer Ökumene ein. In seiner Ansprache betonte Zürcher, dass es nun, wo der Rasen grüne und die Pilze verschwunden seien, darum gehe, zu siegen. «Erfolg ist alles. Misserfolg ist verboten. So ist das in unserer Welt», sagte Zürcher und fragte dann: «Aber wie geht der Verlierer heim?»

Er führte dann weiter aus, wie man bei einer Niederlage jemand anderem die Schuld geben könne, aber das sei billig. Es habe ihn traurig gemacht, wie die Diskussion um die neuen Anlagen einen Keil zwischen einzelne Gruppen im Dorf getrieben habe. «Es geht doch um den Ball; der muss ins Tor und nicht der Verteidiger der anderen Mannschaft.» Darum freue es ihn umso mehr, dass an diesem Fest Befürworter und Gegner dieses Projekts gemeinsam hier seien, um miteinander zu feiern. «So kann Tägerig weiterkommen. Der Gemeinsinn soll dem Egoismus den Kampf ansagen. Es lebe unser Tägerig!»

Vereine fördern Integration

Roland Seiler, Mitglied der Sportplatzkommission und FC-Veteran, liess dann die wechselhafte Geschichte des FCT noch einmal Revue passieren und erinnerte die zahlreichen Zuhörer auf der Tribüne und an den Festbänken daran, wie wichtig ein aktives Vereinsleben für die Gemeinschaft sei. «Es ist sinnvoll, die Vereine zu unterstützen, denn sie sind auch sehr wichtig für die Integration von Menschen, die neu in unser Dorf kommen», betonte Seiler.

Der neue Präsident des FCT, Roger Frei, doppelte gleich nach: «Das Leben besteht aus Geben und Nehmen. Die Vereine geben viel.» 350 Aktive, davon 160 Junioren, 22 Trainer und neun Vorstandsmitglieder seien es allein beim FCT, die ehrenamtlich ihr Sport- und Freizeitangebot für die Gemeinde anböten. Edi Kuhn vom Sportverein bedankte sich in seiner Rede vor allem bei alt Gemeindeammann Matthias Moser und Gemeinderat Hans Schneeberger, die sich ganz besonders für das Sportplatzprojekt ins Zeug gelegt hätten. Am Nachmittag dann die Feuertaufe für das neue Fussballfeld: Im Eröffnungsspiel bezwang Neuchâtel Xamax den FC Schaffhausen 4:0.