Benzenschwil, vor der Fusion mit Merenschwand eine selbstständige Gemeinde in unmittelbarer Nähe zu Muri, macht vorwärts. Ende April wurde mit der Dorfbevölkerung in einer öffentlichen Diskussion über die Zukunft der Schule debattiert, im Juni wurde der Verein Tagesschule Benzenschwil gegründet und im Juli gaben Schule und Gemeinde grünes Licht, dieses Projekt voranzutreiben.

Für den Grossteil der Benzenschwiler ist klar, dass ohne grösseren Schülerzuwachs die Schule mittel- bis langfristig geschlossen werden muss. Dem wollen sie mit geeigneten Fachleuten und Tagesstrukturen entgegenwirken. Das Ziel der Tagesschule ist es, externe Kinder, eventuell sogar über die Kantonsgrenze hinaus, zu gewinnen, die in Benzenschwil von einer ganztägigen Rundumbetreuung profitieren können. So sollen berufstätige Eltern entlastet werden. Die Kinder würden morgens vor dem Unterricht, über den Mittag am Mittagstisch und im Anschluss an die Schule in der Hausaufgabenbetreuung durch geschultes Personal beaufsichtigt. Es besteht sogar die Möglichkeit, während der Ferienzeit oder auch in der Freizeit auf die Strukturen der Tagesschule zurückzugreifen.

Die Schule wiederbeleben

Beatrice Schaub, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit beim Verein Tagesschule Benzenschwil, erklärt: «Unser Einzugsgebiet ist gross. Benzenschwil ist schön gelegen. Wir haben ein modernes, gut ausgebautes Schulhaus und genügend Platz zur Verfügung. Wir möchten der Schule unbedingt neues Leben einhauchen.»

Zurzeit werden in einer Gemeinschaftsklasse (1. bis 3. Klasse) 17 Schüler unterrichtet. Mittelfristiges Ziel ist es, die 4. Klasse aus Merenschwand wieder zurück ins Dorf zu holen und dann zwei Gemeinschaftsklassen von 1./2. und 3./4. Klasse zu führen. Ein weiteres Wunschziel der Gemeinde und des Vereins wäre es, auch noch eine dritte Gruppe aus 5. und 6. Klasse im Dorf anbieten zu können. «Die kommenden Generationen sind etwas kinderreicher, und die Chancen stehen deshalb nicht schlecht: Dennoch sind wir auf auswärtige Kinder angewiesen», hält Schaub weiter fest.

Bisher erst eine Anfrage

Die Ganztagesbetreuung hat aber auch ihren Preis: Eltern, die von diesem Modell Gebrauch machen möchten, müssen monatlich 890 Franken auslegen. Das sind 10 680 Franken im Jahr. Hinzu kommen eine einmalige Anmeldegebühr von 500 Franken und ein Depot von 890 Franken, welches bei Austritt aus der Schule verrechnet wird. Für die übrigen Schulkosten können interessierte Eltern ein Gesuch an ihre Heimatgemeinde stellen, damit diese das reguläre Schulgeld an die Schule Benzenschwil überweist.

Bis jetzt hat der Verein erst eine einzige Anfrage erhalten. Deshalb gilt es nun, Familien aus der Region, die eine Ganztagesbetreuung wünschen, zu finden, gezielt zu informieren und für die Pläne des Vereins zu gewinnen. Die Mitglieder wollen sich noch bis Januar 2019 Zeit gegeben, um im Anschluss dann eine erste Bilanz zu ziehen, ob das Projekt weiterverfolgt oder ad acta gelegt wird. Aus diesem Grund veranstaltet der Verein Tagesschule Benzenschwil im Oktober einen Infotag.