Im Rheinfelder Kurbrunnen ist derzeit eine Ausstellung zu einem der bekanntesten einheimischen Künstler zu sehen: Jakob Strasser (1896 bis 1978). Die Ausstellung hat den Titel «Erlebnisse in der Kunst». Strasser lebte in Rheinfelden. Nach den Schulen und einer Lehre als Flachmaler Besuch der Kunstgewerbeschule Basel. Mehrmals reiste er nach Italien, wo er die alten Meister, aber auch die Natur und Architektur studierte. Strassers Werk befindet sich heute in Schweizer Sammlungen, bei privaten Kunstfreunden und im Nachlass der Erbengemeinschaft.

Der Förderverein «Jakob Strasser Kunstmaler» wurde 2008 gegründet mit dem Ziel, das Werk des Künstlers bekannt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zu bisherigen Aktivitäten des Vereins gehört die Erstellung eines Inventars seiner Werke.

Tausende Werke dokumentiert

Das Werk wurde im Verlauf von zehn Jahren Vereinstätigkeit von Nachkommen des Künstlers, Mitgliedern des Vereins und von beauftragten Studentinnen und Studenten inventarisiert. Die Dokumentation umfasst derzeit rund 1400 Ölbilder, 230 Aquarelle, 3500 Zeichnungen, 130 Holzschnitte.

Das Thema «Kunst und Kleinstadt» ist im Werk des Malers zentral. Jakob Strasser hat das Kulturleben der Kleinstadt massgeblich geprägt und so zeichnet sich sein Schaffen durch eine beeindruckende dokumentarische Qualität aus. Rheinfelden und seine Umgebung verloren für Strasser nie ihre Anziehungskraft. Er malte, was er sah: die Menschen, die Altstadt, den Rhein und die Landschaften.

Ein Auge für den Moment

Herzstück der Ausstellung ist eine Auswahl an Porträts, in denen Strassers Meisterschaft im Erfassen des Wesens seines Gegenübers zum Ausdruck kommt. Viele dieser Bildnisse entstanden im familiären Umfeld des Künstlers oder als Auftragsarbeiten von Persönlichkeiten aus Rheinfelden. Auch die belebten Parkanlagen des Kurortes oder Szenen in Wirtshäusern, auf Strassen und Plätzen waren wichtige Motive.

Künstlerisch ist das Werk dem Expressionismus zuzuordnen. Der Förderverein verwirklicht mit der Ausstellung das letzte grosse Vorhaben seines Engagements zur Dokumentation von Strassers Schaffen. Seit der posthumen Retrospektive 1981 im Aargauer Kunsthaus ist dies die erste grosse Ausstellung zum Wirken des Künstlers. (AZ)