Korbball-Zielwurf, Streetball-Dribblings mit anschliessendem Korbleger, Kugelstossen mit Drei- und Fünf-Kilo-Kugeln, Medizinballstossen oder Hochsprung: In diesen Disziplinen messen sich morgen Samstag Menschen mit einer Behinderung an der Aargauer Meisterschaft im Behindertensport auf der Fricker Sportanlage Ebnet. Der Anlass sei «ein ganz spezieller Höhepunkt in unserem Jahresprogramm», schreibt Gesa Gaiser, Präsidentin des Behindertensportverbands PluSport Aargau, in ihrer Grussbotschaft im Festführer. «Mein Herz schlägt jeweils höher, wenn ich die strahlenden Gesichter der Teilnehmenden und ihre Motivation hautnah miterleben darf.»

Damit es am Samstag strahlende Gesichter gibt, beginnt heute Freitag der Aufbau, wie OK-Präsident Gerhard Zumsteg sagt. Zuerst werde die Lautsprecheranlage installiert. Weiter werden die einzelnen Wettkampf-Anlagen und die Wirtschaft aufgebaut. «Vieles geschieht aber auch erst am Samstagmorgen, unmittelbar vor dem Beginn der Aargauer Meisterschaft», so Zumsteg.

Acht Sport-Gruppen reisen an

An den Wettkämpfen nehmen sowohl Menschen mit körperlichen als auch geistigen Behinderungen teil. In den vergangenen Jahren habe es auch stets ein paar Teilnehmer gehabt, die im Rollstuhl sitzen. «Die Garderoben in der Sporthalle sind für sie barrierefrei erreichbar», so Zumsteg. Einzig bei einzelnen Disziplinen – etwa beim Korbball mit tieferem Korb – wird die Anlage speziell für die Rollstuhlsportler eingerichtet.

Insgesamt erwarten die Organisatoren rund 180 Sportler mit ihren Betreuern von den acht Behindertensportgruppen im Aargau. Sie werden nach dem gemeinsamen Einturnen morgen Vormittag in elf Disziplinen antreten. Grundsätzlich treten dabei Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen in der gleichen Kategorie an. Im Kurzstrecken-Lauf gibt es jedoch eine separate Kategorie für Sehbehinderte. Am Nachmittag steht dann der Dinosaurier-Gruppenwettkampf auf dem Programm. Es gilt, vier Posten mit Team-Stafetten möglichst schnell zu absolvieren.

Medaillen für alle

«Für viele Teilnehmer steht das Mitmachen und weniger der Sieg im Zentrum», weiss Gerhard Zumsteg. Für sie sei es ein Tag mit vielen Begegnungen, ein Tag mit Freunden und Kollegen. Und so erhalten am Ende alle Teilnehmer Medaillen. Dennoch sind die goldenen, silbernen und bronzenen Auszeichnungen für die drei ersten Ränge begehrt. «Es gibt sicher auch Teilnehmer, die mit viel Ehrgeiz an die Wettkämpfe herangehen.»

Die Durchführung der Aargauer Meisterschaft in Frick ermöglicht das elfköpfige OK gemeinsam mit rund 100 Helfern. «In der Festwirtschaft steht der Kiwanis Club Frick im Einsatz», so Zumsteg. Daneben haben sich viele Turnverein-Mitglieder aus der Region freiwillig zur Verfügung gestellt, um als Hilfskampfrichter zu amten. «Wir waren über die Resonanz positiv überrascht», sagt Zumsteg erfreut.

Und mit welchem Publikumsaufmarsch rechnet der OK-Präsident morgen? Es sei sicher so, dass hauptsächlich Angehörige und Bekannte von Teilnehmern die Wettkämpfe vor Ort verfolgen würden, sagt Zumsteg. Er hofft aber, dass sich darüber hinaus weitere gut 100 Zuschauer ab 9 Uhr auf der Sportanlage Ebnet einfinden und für eine gute Atmosphäre sorgen.