Paul Gürtler kann sich nicht beklagen. Der Betriebsleiter des Fricker Schwimmbads geht in wenigen Monaten in Pension. 2018 war also seine letzte Sommer-Saison in der Badi – und was für eine. Seit April reihte sich ein extrem warmer und sonnenreicher Monat an den anderen. Und das heisse Wetter sorgte in der Badi für Hochbetrieb. 79 400 Eintritte hat das Schwimmbad in Frick in der aktuellen Saison verkauft. Gürtler rechnet damit, dass die 80 000er-Marke bis zum Saison-Ende am 14. September noch übertroffen wird. «Das ist mit Abstand der zweitbeste Wert in der Geschichte des Schwimmbads», sagt Gürtler. Übertroffen nur noch vom Rekordsommer 2003, als es fast 98 000 Eintritte waren.

Gürtler zieht deshalb eine mehr als positive Bilanz: «Es war sehr schön.» Er denke derzeit aber noch kaum an den baldigen Abschied. «Natürlich freue ich mich auf die Pension – aber genauso sehr freue ich mich auf die Tage, an denen ich noch zur Arbeit gehe», so Gürtler.

Anstrengende Hitzetage

Auch die anderen Fricktaler Schwimmbäder verzeichneten dank des Hitzesommers rekordverdächtige Eintrittszahlen. Gut 70 000 waren es in Rheinfelden, 60 000 in Möhlin. Auch hier sind es die zweitbesten Werte nach 2003. Kein Wunder sind die Verantwortlichen mehr als zufrieden. Als «sensationell» bezeichnet Andreas Herrmann vom Schwimmbad Laufenburg die Saison. Die Badi verzeichnete im vergangenen Jahr gut 19 000 Besucher. In diesem Jahr waren es aber noch einmal mehr. Herrmann spricht von über 20 000 Besuchern, was «zumindest rekordverdächtig» ist für die Badi.

Die Hitze sorgte allerdings nicht nur für Hochbetrieb, sie war auch eine Herausforderung – für die Badigäste und die Angestellten. «Gerade an den richtig heissen Tagen war es schon anstrengend», sagt Herrmann. Ähnlich tönt es in Möhlin bei Badmeister Christian Herzog und in Rheinfelden bei Geschäftsleiter Willy Vogt. Sowohl den Angestellten als auch den Gästen sei anzumerken gewesen, dass sie teilweise unter der Hitze litten, sagen sie unisono.

Ausgetrocknete Liegewiesen

Gelitten haben an manchen Orten auch die Liegewiesen. In Möhlin konzentrierten sich die Badmeister mit der Bewässerung auf einen Teil des Rasens bei den sanitären Anlagen und unter den Bäumen. «Dies, um zu verhindern, dass die Bäume Blätter verlieren, die dann ins Wasser gelangen könnten», sagt Herzog. In Wölflinswil wurde der Rasen hingegen gar nicht gewässert, um Wasser zu sparen. In Frick nur so viel wie nötig war, um ein komplettes Austrocknen zu verhindern. «Das Bewässern hatte den Vorteil, dass die Gäste kaum trockene Grashalme ins Wasser brachten. So mussten wir die Frischwasserzufuhr nicht erhöhen», erklärt Gürtler. Trotz Bewässern müssten allerdings wohl einige Stellen neu begrünt werden.

Dafür ist in wenigen Tagen Zeit, wenn die Schwimmbäder ihre Tore nach der Saison schliessen und das Aufräumen sowie die Revision der Anlagen beginnen. Viele der Verantwortlichen freuen sich auf die etwas ruhigere Zeit. «Teilweise lief jeder am Limit. Wir sind deshalb froh, dass es nun wieder Zeit für Pausen gibt», sagt Andreas Herrmann. «Das Familien- und Vereinsleben sowie die Freunde kommen im Sommer manchmal etwas zu kurz», sagt auch Christian Herzog. Aber: Kommt der Winter, kommt bei allen auch schon bald wieder die Vorfreude. «Ich freue mich jetzt auf etwas ruhigere Tage – und auf die Saison 2019», sagt Hermann Stitz vom Schwimmbad Wölflinswil.