Staubsaugen, Wäschewaschen oder Geschirrspülen werden für viele Fricktaler teurer. Die Eidgenössische Elektrizitätskommission hat die Stromtarife für 2019 publiziert. Für viele im Aargau wird der Strom teurer. So auch im Fricktal: In 26 der 32 Fricktaler Gemeinden müssen die Konsumenten im nächsten Jahr tiefer in die Tasche greifen, um ihre Stromrechnung zu begleichen. Immerhin: Der Strom im Fricktal bleibt relativ günstig. Sogar in den 19 Gemeinden, die von der AEW Energie AG (AEW) mit Strom beliefert werden – diese sind zusammen in Sachen Strom die teuersten Gemeinden – zahlen die Einwohner 0,25 Rappen pro Kilowattstunde weniger als im Schweizer Durchschnitt. Dieser liegt bei 20,5 Rappen für einen Musterhaushalt – einer 5-Zimmer-Wohnung mit Elektroherd, Tumbler, ohne Elektroboiler und einer Nachfrage von 4500 Kilowattstunden.

Laufenburg ist eine der wenigen Gemeinden, die noch über eine eigene Elektrizitätsversorgung verfügen. Mit rund zwölf Prozent gibt es hier den grössten Preisanstieg. Dies bedeutet, dass ein Musterhaushalt im Jahr 2019 rund 87 Franken mehr berappen muss. Stadtammann Herbert Weiss macht dafür die steigenden Beschaffungskosten – plus 33 Prozent – verantwortlich. «Die Preise am Energiemarkt sind massiv gestiegen und werden von unserem Beschaffungsdienstleister, der Energiedienst AG, so an die Städtische Elektrizitätsversorgung weitergegeben», sagt er.

Mehrausgaben von 63 Franken

In den 19 Gemeinden, die von der AEW mit Strom versorgt werden, steigen die Strompreise um rund neun Prozent. Dies bedeutet Mehrausgaben von 63 Franken für einen Musterhaushalt im Jahr. In den letzten zwölf Monaten ist der Preis für Energie am Grosshandelsmarkt um 60 Prozent angestiegen, sagt AEW-Sprecherin Yvonne Kohler. «Diese Preiserhöhung am Grosshandelsmarkt kann die AEW durch die Verwertung des eigenen Stroms teilweise abfedern, aber eben nicht vollständig.»

Im nächsten Jahr wird es im Fricktal lediglich vier Gemeinden geben, die günstiger fahren: In Gipf-Oberfrick, Oberhof, Wittnau und Wölflinswil sinken die Preise um rund vier Prozent. Alle vier Gemeinden werden von der Energie Oberes Fricktal (EOF) mit Strom versorgt. «Wir profitieren davon, dass wir unsere Energie gestaffelt, schon mehrere Jahre im Voraus, für 2019 eingekauft haben», sagt EOFGeschäftsführer Michael Schraner.

Ein zweiter Grund für die Strompreissenkung im Benkental ist eine Tarifreduktion für den Stromtransport über das Leitungsnetz vom Kraftwerk bis ins Haus – die sogenannte Netznutzung – um rund acht Prozent. «Im Vordergrund des Betriebes steht die autonome Versorgung der Region und nicht die Absicht, so viel wie möglich am Strom zu verdienen», erklärt Schraner. Am günstigsten bei der Stromrechnung im nächsten Jahr kommt ein Musterhaushalt in Sisseln weg. «Zum einen haben wir unsere Energie gestaffelt eingekauft, zum anderen sind unsere Abgaben pro Kilowattstunde um einiges günstiger als in anderen Gemeinden», erklärt Gemeinderat Kurt Bächtold.