Die Regierung hat eine Hightech-Strategie erarbeitet, um im raschen Technologiewandel kleineren und grösseren Unternehmen helfen zu können. Natürlich nicht mit Geld, aber mit attraktiven Rahmenbedingungen, damit sie international konkurrenzfähig werden oder bleiben können. Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann erinnert an die Milliarden von Franken, welche Bund und Kantone in die Grundlagenforschung investieren. Die Ergebnisse daraus müssten auch kleinere und mittlere Unternehmen nutzen können. «Ein guter Wissens- und Technologietransfer verbessert die Rahmenbedingungen für unsere Industrie. Dies ist gerade im Industriekanton Aargau besonders wichtig», betont Hofmann.

Entscheidung im Grossen Rat

Der Grosskredit von 38 Millionen Franken ist für den Zeitraum 2012 bis 2017 geplant, die Hightech-Initiative zur Förderung des Standorts Aargau wird heute im Parlament beraten. Neben breiter Zustimmung zu den Grundsätzen kam es in der Anhörung durchaus zu kritischen Stimmen, primär aus dem bürgerlichen Lager. Die SVP mag solche Eingriffe nicht, obwohl sie mit der Regierung zum Schluss kommt, die Wertschöpfung pro Person sei im Aargau zu tief, das Volkseinkommen pro Kopf ebenso. Der Gewerbeverband und die Freisinnigen befürchten zu starke Interventionen des Staates und den Aufbau einer unnötigen Bürokratie. Dem hält Urs Hofmann entgegen, es komme zu keinen Marktverzerrungen, «weil alle Unternehmen profitieren können». Es gehe schlicht und einfach darum, «den Aargauer KMU einen optimalen Zugang zu den besten verfügbaren Technologien zu verschaffen und ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern».

Verbände mit Vorbehalten

Auf die Anhörung haben 33 Parteien und Organisationen reagiert, 22 bis 30 äusserten sich mit Ja oder eher Ja zu den Hightech-Fragen. Am meisten Kritik kam von den Verbänden, die Aargauische Industrie- und Handelskammer (AIHK) verlangte für alle Unternehmen gleich lange Spiesse, die Förderung einzelner Betriebe oder Branchen sei willkürlich. Ein Landkauf durch den Kanton oder ein Beitrag an eine entsprechende Zweckgesellschaft sei problematisch. Gegen Start-up-Finanzierung und Aufstockung des Forschungsfonds wenden sich der Gewerbeverband und der Hauseigentümerverband. Die SP verlangt einen Schwerpunkt Cleantech, doch davon wollen die Hauseigentümer nichts wissen.

Reaktion auf Landkauf-Kritik

Die Regierung hat die ordnungspolitischen Bedenken so hoch gewichtet, dass sie die Beteiligung des Kantons an Zweckgesellschaften zum Kauf von Industrieland aus der Vorlage gestrichen hat. Der Hightech-Fonds wird neu als Kooperation aufgeführt, auf die Kampagne für die Finanzierung durch Banken wird verzichtet. Einen Schwerpunkt bei der Hightech-Forschung bildet das Paul-Scherrer-Institut in Villigen/Würenlingen (PSI). Für den neuen Röntgenlaser SwissFEL hat die Regierung bereits 30 Millionen Franken in 5 Jahrestranchen aus dem Swisslos-Fonds zugesagt. Unabhängig von der Hightech-Vorlage ist auch ein Innovationspark am PSI, für den sich der Aargau in einem separaten Projekt engagieren will.