Der Angeklagte Thomas N. hatte am 21. Dezember 2015 in einem Einfamilienhaus in Rupperswil Carla Schauer (†48), ihre Söhne Davin (†13) und Dion (†19) sowie dessen Freundin Simona (†21) ermordet und den Tatort angezündet. Im Mai 2016 wurde der heute 34-jährige Täter von der Polizei gefasst. Er legte gemäss der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau  noch am gleichen Tag ein Geständnis ab.

Ergänzend zu den Ausführungen, die Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft an der Medienkonferenz vom Mai 2016 gemacht hatten, hält die Staatsanwaltschaft fest: Es hat keine Hinweise auf eine weitere in die Tat involvierte Person gegeben. Auch habe niemand vom Vorhaben gewusst. Der Beschuldigte sei wohl ein Einzeltäter.

«Indem er den jüngeren Sohn bedrohte, zwang er Frau Schauer, den älteren Sohn und dessen Freundin zu fesseln und zu knebeln»

Markus Gisin, Chef der Kriminalpolizei Aargau, schildert an der Medienkonferenz am 13. Mai 2016, wie der Täter im Vierfachmord von Rupperswil vorgegangen ist.

Tatwaffe in der Stadt Aarau entsorgt

Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, konnte nie gefunden werden. Der Beschuldigte gibt an, er habe das Messer unmittelbar nach der Tat in Geschenkpapier eingewickelt und in der Stadt Aarau in einem öffentlichen Abfalleimer entsorgt.

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau hat heute Donnerstag gegen den Beschuldigten Anklage erhoben, und zwar unter anderem wegen

  • mehrfachen Mordes
  • mehrfacher räuberischer Erpressung
  • mehrfacher Freiheitsberaubung
  • mehrfacher Geiselnahme
  • mehrfacher sexueller Handlungen mit einem Kind
  • mehrfacher sexueller Nötigung
  • Brandstiftung 
  • mehrfacher strafbarer Vorbereitungshandlungen
  • mehrfache Pornografie.

Kinderpornografie

Neu ist der Vorwurf der Kinderpornografie: Die Untersuchungsbehörden hätten auf den diversen beschlagnahmten elektronischen Geräten des Beschuldigten umfangreiches kinderpornografisches Material sicherstellen können, das er zuvor aus dem Internet heruntergeladen hatte. Das gab die Staatsanwaltschaft ebenfalls am Donnerstag bekannt.

Die nach der Verhaftung getätigten umfangreichen Ermittlungen hätten hingegen keinerlei Hinweise darauf ergeben, dass sich der Beschuldigte vor der Tat am 21. Dezember 2015 in Rupperswil jemals in sexueller Absicht einem Kind genähert hatte.

Klar ist aber, dass Thomas N. den Jungen Davin (†13) vor dessen Ermordung vergewaltigt hat.

«Die Tötung aller Anwesenden war von Anfang an geplant – ebenso, das Haus in Brand zu stecken»

Barbara Loppacher, Leitende Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, zum Täter im Vierfachmord von Rupperswil und seinem Motiv. (Medienkonferenz vom 13.5.2016)

Beschuldigter im vorzeitigen Strafvollzug

Der Beschuldigte ist geständig und befindet sich seit Ende Dezember 2016 im vorzeitigen Strafvollzug. Die Anklage sei am Bezirksgericht Lenzburg hängig. Ihre Anträge werde die Staatsanwaltschaft an der Hauptverhandlung bekannt geben. Die Staatsanwaltschaft will über diese Medienmitteilung hinaus keine weiteren Details zum Inhalt der Anklageschrift bekannt geben. Über das weitere Vorgehen werde zu gegebenem Zeitpunkt das Gericht informieren.