Ein süsslich-fruchtiges Aroma schwebt durch die Luft, im Shisha-Glas blubbert das Wasser. Fürs Foto hat Ahmet Yildirim extra eine Shisha zubereitet und demonstriert den richtigen Umgang damit. Er nimmt einen tiefen Zug aus dem angeschlossenen Schläuchlein und atmet den Rauch wieder aus. «Die Qualität des Tabaks ist wichtig bei einer guten Shisha, sie darf nicht zu stark sein», erklärt er. Kratze es im Hals, sei dies eine Qualitätsfrage. Gegen 50 verschiedene Shisha-Aromen stehen im «Ora» an der Niederlenzerstrasse 29 im Angebot.
Seit drei Jahren betreiben Monika Meier und Ahmet Yildirim die Shisha Bar gemeinsam. Dort, wo einst Pizzas über die Strasse verkauft wurden und schon andere Bars ihr Glück versuchten.

Meier und Yildirim sind zufrieden mit dem bisherigen Geschäftsgang. Doch jetzt wollen die beiden neuen Schub geben, erklärt Meier. Seit einigen Wochen ist über dem bisherigen Lokal eine neue Lounge in Betrieb. Wer die kürzlich angebaute Treppe hochsteigt, findet sich in einer ganz andern Welt: Auf rund 170 Quadratmetern haben die beiden Geschäftspartner im städtischen Umfeld eine Rückzugsoase eingerichtet, die wie eine gemütliche Gartenlounge wirkt. Die Sofa- und Sesselkissen sind in graubraunen Tönen gehalten. Bodenlange bordeauxrote Stoffvorhänge schützen vor Zugluft. Yildirim schiebt sie zur Seite, Grünpflanzen kommen zum Vorschein. Das Konzept sieht grundsätzlich eine Freiluftterrasse vor. Hier habe man das kürzlich stattgefundene Blutmondschauspiel greifbar nah erleben können, schwärmen die beiden. Die neue Bar sei bei den Gästen gut angekommen.

Brummis und Wirten

Je nach Witterung kann die Terrasse mit einem elektronisch bedienbaren Faltdach in Windeseile überdacht werden. Im hinteren Teil des Raumes steht prominent eine Bar vornehmlich aus Holz gebaut. Einen Grossteil der Bauarbeiten hat Ahmet Yildirim selber ausgeführt. Der 50-jährige stammt aus der Türkei, vor 30 Jahren ist er in die Schweiz gekommen. Lange Jahre war er im Baugewerbe tätig. Später hat er in die Gastronomie gewechselt, dabei sei die Shisha zur besonderen Passion geworden. Yildirim hat vor Jahren die Shisha-Bar «Aspalas» in der Nachbarschaft gebaut und geführt.

Die 44-jährige Monika Meier betreibt im Zürcher Oberland in zweiter Generation ein Transportgeschäft. Dessen Leitung hat sie vor ein paar Jahren in andere Hände gelegt. Die Leidenschaft von Grossmutter und Mutter für das Gastgewerbe habe jedoch auch sie schon in jungen Jahren gepackt, erzählt sie und schmunzelt. Als sich vor einigen Jahren im Kanton Zug die Möglichkeit ergab, einen ersten Betrieb zu übernehmen, überlegte Meier nicht lange und packte zu. Das «Ora» in Lenzburg ist ihre zweite Bar. Im Moment sind keine weiteren Expansionen geplant. Die Investitionen sind hoch und müssten amortisiert werden, sagen sie. Meier und Yildirim wollen zudem die bisherige Bar im Parterre sanieren. Bis spätestens Ende Monat soll auch sie in neuem Glanz erstrahlen.

Im Volksmund gilt die Liegenschaft Niederlenzerstrasse 29 immer noch als «ehemalige Hero-Metzg». Heute beherbergt die Adresse mehr als ein Dutzend Kleinunternehmen mit einem vielfältigen Dienstleistungsangebot.