Zwischen Seon und Schafisheim, direkt neben der 80er-Strecke, liegt eine der beiden Inertstoffdeponien im Kanton Aargau. Seit 2009 besteht hier die Möglichkeit, die sogenannten Inertstoffe zu lagern. In diese Kategorie fallen unter anderem Bauabfälle wie Beton, Zement oder Mauer- und Strassenabbruch. Inertstoffe sind bezüglich Umweltbelastung die harmloseste Art von Abfällen.

Nach neun Jahren wird die bisherige Deponie vergrössert. Dies geht aus dem Baugesuch hervor, welches bis zum 25. September auf der Gemeinde Seon aufliegt. Dieses ist aber nur für eine sogenannte Projektanpassung, wie Roland Bertschi, Geschäftsleiter der Betreiberfirma Hauri AG sagt. «Die bisherige Grösse der Deponie war schon im Baugesuch von 2009 enthalten, die Deponiesohle wird im aktuellen Abbauperimeter um 20 Meter tiefer gelegt.»

Geschlossener Wasserkreislauf

Durch die zusätzlichen 20 Meter Tieferlegung erhält die Deponie mehr Mehrvolumen für die Einlagerung von Inertstoffe, welches den Deponiebetrieb um sechs bis acht Jahre verlängert, wie Bertschi erklärt. Um einen Filter zwischen dem gelagerten Material und dem Grundwasser zu bilden, wird die neu ausgehobene Mulde mit Kies und Lehm ausgekleidet. «Die untere Schicht bilden zwei bis vier Meter Kies, direkt darauf kommt eine vierfache Lehmbeschichtung, welche nochmals 80 Zentimeter hoch ist.» Dieser Filter verhindert, dass das Grundwasser mit dem abgelagerten Material in Berührung kommt. Das Wasser, welches in der Deponie gesammelt wird, fliesst anschliessend nicht in die öffentliche Kanalisation, sondern wird im geschlossenen Kreislauf des Werks zum Kieswaschen eingesetzt. Qualitativ gesehen wäre dies jedoch nicht nötig, wie Bertschi sagt: «Das Wasser, welches wir hier haben, könnte ohne Probleme abgeleitet werden.» Um die Sauberkeit zu gewährleisten, werden regelmässig Proben nach einem festgelegten Qualitätssicherungs-System entnommen. Eine Deponie des Types B, wie sie in Seon besteht, lagert auch Stoffe wie Asbest, gefährlich ist sie jedoch nicht. «Asbest kann nur durch falschen Umgang zu einem Problem werden, wenn zum Beispiel Platten zerbrechen und der daraus entstehende Staub eingeatmet wird.» Als zusätzliche Sicherheitsvorkehrung wird Material mit Asbest in der Deponie aus diesem Grund nochmals verpackt.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Grundsätzlich gelten in der Deponie für jegliche Lieferungen hohe Sicherheitsvorschriften. «Das Material wird vor seiner Anlieferung einer Analyse unterzogen. Sind die Werte nur knapp unter den zulässigen Höchstwerten, verlangen wir eine zweite Analyse.» Auch vor Ort wird die Ware nochmals nach dem Vier-Augen-Prinzip kontrolliert: Eine erste Kontrolle wird direkt am Eingang der Brücke durchgeführt, dort wird und das Material auch fotografisch dokumentiert. Eine zweite Kontrolle erfolgt auf dem Platz durch den Deponiewart.»

Schon jetzt bestehen Pläne für den Zeitpunkt, an dem die Deponie ihre Kapazitätsgrenzen erreicht hat, wann dies ist, kann Bertschi noch nicht sagen. Das Gelände wird dann rekultiviert und kann nach drei Jahren wieder landwirtschaftlich bestellt werden.