Als die Kindergärtler Anfang Jahr mit kleinen Schaufeln für den neuen Kindergarten «Herrengasse» Löcher in die Erde buddelten, kümmerte sie die Entwicklungsgeschichte der Baute wenig. Die Stimmbürger hingegen müssen sich an der kommenden Gemeindeversammlung am 22. Juni nochmals mit den Projektkosten befassen. Traktandiert ist ein Nachtragskredit von 325'000 Franken für Planungskosten im Zusammenhang mit dem Kindergartenneubau. Dessen Verwirklichung ist in der Zwischenzeit zu einer kleinen Leidensgeschichte geworden.

Was ist passiert? Der 3-fach-Kindergarten an der Herrengasse hätte ursprünglich um sechs kleine Mietwohnungen aufgestockt werden sollen. Die Mietzinseinnahmen hätten der Gemeinde helfen sollen, die hohe Investition für den Kindergarten zu stemmen. An der Sommergmeind 2015 bewilligte der Souverän das Projekt.

Doch der Kindergarten wird einstöckig bleiben. Mehrere Einsprachen und eine Beschwerde beim Kanton, die nicht bereinigt werden konnte, haben den Gemeinderat dazu bewogen, auf einen Rechtsstreit zu verzichten und einen Schritt zurück zum ursprünglichen Projekt zu machen.

Kosten überarbeitet

Weil das Projekt unterdessen teurer geworden war, wurde an der Wintergmeind 2017 ein Nachtragskredit von 460'000 Franken traktandiert. Dieser wurde jedoch an den Gemeinderat zurückgewiesen. Der Betrag konnte nun um 135'000 Franken reduziert werden. Über dieses Projekt will der Gemeinderat vorgängig an einer Informationsveranstaltung zur Gemeindeversammlung am Freitag, 22. Juni, detailliert informieren. An der Orientierungsversammlung sollen auch alle übrigen traktandierten Geschäfte thematisiert werden. Dazu gehört ein Baukredit von 250'000 Franken für die Umlegung der Kanalisation Stampfimatt. Die Kosten gehen zulasten der Abwasserrechnung, ebenso wie die Erneuerung von Werkleitungen im Römerweg in der Höhe von 200'000 Franken. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollen der Belag erneuert und die Strassenbeleuchtung ersetzt werden. Die Kosten von 175'000 Franken hat die Einwohnergemeinde zu berappen.

An der Info-Veranstaltung will der Gemeinderat zudem über die künftige familienergänzende Kinderbetreuung in Niederlenz orientieren. Per 1. August tritt das «Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung» (KiBeG) in Kraft. Dafür ist in Zusammenarbeit mit ortsansässigen beziehungsweise regional tätigen Kinderbetreuungseinrichtungen ein Reglement und Elternbeitragsreglement erarbeitet worden.

Informationsveranstaltung am Mittwoch, 30. Mai, 19.30 Uhr, im Singsaal der Gemeindebaute Rössligasse, Niederlenz.