Mit Burglind, Evi und Friederike wurden die Schweizer Wälder dieses Jahr gleich von drei heftigen Unwettern heimgesucht. Auch der heisse und trockene Sommer machte der grünen Lunge zu schaffen.

Wie stark der Seoner Wald in Mitleidenschaft gezogen wurde und wie die Spezialisten mit den Problemen im Seoner Wald umgehen, erklärten Förster Marcel Hablützel und sein Team von der Forstbetriebsgemeinschaft Region Seon beim Waldumgang am vergangenen Samstag. An vier verschiedenen Posten wurde über die Herausforderungen der Waldbewirtschaftung und Veränderungen des Waldes informiert. Wichtiges Thema dabei: die Veränderungen des Klimas und dessen Auswirkungen auf den Wald. Die drei grossen Unwetter dieses Jahres seien nicht mit dem Orkan Lothar 1999 zu vergleichen, hielt Marcel Hablützel fest: «Lothar war ein Jahrhundertsturm, der einen noch viel grösseren Schaden angerichtet hat. Damals hatten wir in den vier Gemeinden Seon, Teufenthal, Schafisheim und Dürrenäsch einen Totalschaden über eine Fläche von 120 Hektaren. Dieses Jahr ist der Verlust deutlich kleiner und beträgt höchstens einen Viertel im Vergleich zu Lothar.»

Langwierige Wiederaufforstung

Nur wenige Monate nach den Unwettern sei der Wald Ende April zu 75 Prozent wiederhergestellt gewesen, sagte Hablützel. Damit habe man jedoch erst ein Etappenziel erreicht. «Wir haben zwar die kaputten Bäume entfernt, jetzt stehen zusätzlich die Wiederaufforstung und die Pflege des jungen Waldes an.» Dies sei eine Arbeit, die sich über viele Jahre erstrecken werde. «Bis man im Wald das erste Mal wieder Holz ernten kann, werden zwischen 20 bis 25 Jahre vergehen. Auf den Flächen auf denen Lothar einen Schaden verursacht hat, lohnt es sich jetzt, langsam wieder Holz zu ernten.» Durch die drei Unwetter wurden gut 10 000 Kubikmeter Holz zu Boden geworfen und brachten so die Sägereien an die Grenzen ihre Kapazitäten. Für Hablützel ist es in erster Linie ein ökonomischer Schaden. «Durch das grosse Angebot musste das Holz für einen viel tieferen Preis verkauft werden als üblich.» Doch nicht nur Unwetter haben dem Erholungsgebiet vieler Schweizer zugesetzt, auch das warme Klima bringt den Wald in Bedrängnis. Viel dagegen unternehmen können die Förster nicht: «Das ist die Natur, welche es regelt. Wir gehen davon aus, dass sich das Klima weiterhin erwärmt.»

Fichten auf dem Rückzug

Nicht alle Bäume sind für die trockenen und heissen Sommer gemacht. Ein Beispiel dafür sei die Fichte, wie Hablützel sagt: «Man kann davon ausgehen, dass die Fichte mit den Jahren immer weiter ins Gebirge abwandern wird, da sie das warme Klima und die Trockenheit nicht verträgt.» Besser anpassen könnten sich zum Beispiel Kirschbäume und Eichen.

Obwohl es für den Wald bisher ein schwieriges Jahr war, ist der Förster zuversichtlich: «Die Natur macht es immer noch am besten. Unsere Aufgabe dabei ist es, an den richtigen Stellen Unterstützung zu leisten.»