Seit ihrer ersten Austragung im Jahr 2002 finden die Mosttage und der Herbstmarkt auf Schloss Hallwyl am zweiten Oktoberwochenende statt, und damit gleichzeitig mit dem Hallwilerseelauf. Man könne Synergien nutzen und gegenseitig vom Publikum des andern profitieren, wurde bisher argumentiert.

Das ist nun vorbei: Die Organisatoren des Hallwilerseelaufs wollen die 44. Ausgabe attraktiver gestalten. Die Laufstrecke führt neu durch den Innenhof von Schloss Hallwyl und kollidiert mit dem dort stattfindenden Marktgeschehen. Bei der Organisatorin, der Stiftung Kultur Landschaft Aare Seetal (KLAS), war man anfangs wenig erbaut über den Beschluss. Ganz unerwartet kommt er aber nicht. «Das Thema liegt schon seit Jahren auf dem Tisch», sagt KLAS-Präsidentin Gabi Lauper. Bisher habe jedoch Museum Aargau als Mitorganisatorin der Mosttage das Datum gestützt.

Weshalb hat man bei Museum Aargau den Forderungen der Hallwilerseelauf-Organisatoren nachgegeben? Laut Martin Suter, Betriebsleiter Schloss Hallwyl, gaben zwei Gründe den Ausschlag. Durch den verschobenen Start des 10-Kilometer-Laufes (neu auf der Hauptstrasse beim Schloss Hallwyl, bisher in Beinwil am See) hätte es mit den gleichzeitig stattfindenden Mosttagen zu einem Verkehrschaos geführt. Zudem komme der Halbmarathon mit der zusätzlichen Schlaufe zu den wenigen noch fehlenden Metern für die effektiv notwendige Streckenlänge.

Mosttag am Wochenende nach dem Lauf

Die Konsequenzen des Entscheides von Museum Aargau seien für die Veranstalterin noch nicht absehbar, erklärt KLAS-Stiftungspräsidentin Gabi Lauper. Nur so viel: Das Datum um eine Woche vorzuverschieben war für die Organisatoren nicht infrage gekommen. Zu diesem Zeitpunkt sind im Seetal noch Schulferien. Am bisherigen Wochenende festzuhalten, Mosttage und Markt jedoch nur am Sonntag durchzuführen, ist für die Stiftung ebenfalls nicht infrage gekommen. «Der Aufwand dafür wäre viel zu hoch», erklärt Gabi Lauper. Schon heute sei der Anlass für die Stiftung ein Nullsummenspiel. Und Verluste zu schreiben, wolle man auf auf jeden Fall vermeiden. Jetzt hat man sich auf das Wochenende nach dem Lauf festgelegt: Die Mosttage und der Herbstmarkt finden am Samstag, 20., und Sonntag, 21. Oktober, statt, jeweils von 10 bis 17 Uhr.

Für Lauper ist jedoch klar: «Für Obst und Gemüse wäre es besser gewesen, wir hätten die Mosttage früher durchführen können.» Je später der Anlass, umso schwieriger werde es mit dem Angebot. Man könne die Ernte reifer Früchte nicht beliebig hinauszögern.

Zumindest hat der Entscheid keinen Einfluss auf die Anzahl Marktteilnehmer. Rund 20 Produzenten werden ihre eigenen Angebote feilhalten. Einige wenige fehlen, wie etwa der Imkerverband. Das sei jedoch mit Terminkollisionen mit dem neuen Austragungsdatum zu begründen, hält Gabi Lauper fest. Die Ausfälle könnten mit neuen Teilnehmern kompensiert werden.

Die Besucherzahl an den Mosttagen ist im Verlaufe der Jahre kontinuierlich gestiegen, bis auf rund 4500 Personen. Auffällig sei jedoch, dass die umsatzabhängigen Abgaben der Marktteilnehmer stagnierten, so Lauper. Man sei deshalb gespannt, wie sich die Verkaufszahlen tatsächlich entwickelten. Mit andern Worten: Bei KLAS beisst man in den sauren Apfel und hofft, dass er letztlich süsser ist als derzeit angenommen.