Katrin und Simea Bachmann waren beide noch nie ausserhalb von Europa. Das wird sich nächste Woche ändern, aber so richtig. Dann fliegen Mutter und Tochter nach Moçambique. Eine Woche lang werden sie im ostafrikanischen Land einen Hilfseinsatz leisten.

In ihrer Kirchgemeinde, der 3×3 Evangelisch-methodistischen Kirche in Hunzenschwil haben sie von zwei Mitgliedern von den Projekten der Stiftung JAM Schweiz erfahren. Das Paar war schon mehrmals auf Einsätzen in Afrika. «Ich hätte schon länger gern auch einen Einsatz geleistet», sagt Katrin Bachmann. Doch mit vier Kindern sei das bis jetzt nicht möglich gewesen. Nun sind die Kinder älter und würden sogar gern mitreisen. Simea (19) hat Zeit gefunden, im Sommer hat sie ihre Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit abgeschlossen und nutzt die freie Zeit bis zum Antritt ihrer nächsten Stelle, um mit ihrer Mutter nach Afrika zu fliegen. «Ich habe schon Hilfseinsätze geleistet», sagt sie. In Serbien und Rumänien hat sie Lager für Roma-Kinder geleitet.» Das sei eindrücklich gewesen. Die Armut dieser Kinder habe sie beeindruckt. «Aber sie waren zufrieden mit dem, was sie hatten.»

Von ihrem Haus blicken sie durch ein grosses Fenster auf das angrenzende Feld, in einer Kartonschachtel schläft zusammengerollt eine Katze. Katrin Bachmann ärgert sich, dass die Kaffeemaschine die Milch für den Cappuccino nicht perfekt aufgeschäumt hat. Ein Problem der ersten Welt. «Uns geht es so gut in der Schweiz», sagt sie. Mit ihrem Einsatz will sie etwas zurückgeben.

Ein nachhaltiger Garten

Katrin und Simea Bachmann werden eine Woche in Moçambique im Einsatz sein. Es ist die letzte Woche des Projekts. In einem Küstenort wird die staatliche Schule, die von 320 Kindern besucht wird, saniert. Unter anderem werden die Gebäude renoviert und neue Häuser für Schulzimmer, Küche und Sanitäranlagen erstellt. Eine Solarpumpe mit zwei 5000-Liter-Tanks wird die Handpumpe ersetzen. Das Herzstück der Anlage wird ein grosser Gemüsegarten, mit dessen finanziellem Ertrag die Schulanlage in Zukunft instand gehalten werden soll. Das Ziel des Stiftung JAM Schweiz: nachhaltig helfen. «Die Organisation hat uns überzeugt», sagt Katrin Bachmann. «Man geht nicht als Held nach Afrika, sondern hilft den Menschen, selbstständig zu werden.» Der christliche Gedanke der Nächstenliebe treibt Mutter und Tochter ebenfalls an.

Sie sind ein bisschen nervös, wenn sie an ihren Einsatz denken. Angst haben sie keine, aber Respekt vor dem, was sie dort erwartet. «Ich bin gespannt», sagt Simea. Schon die lange Flugreise ist für beide etwas ganz Neues. In den Koffer wird der ganze Platz ausgenützt, die beiden bringen auch Sport- und Spielsachen nach Afrika. Auf dem Programm steht auch ein Spielnachmittag mit den Kindern der Schule.

 «Es gibt so viele Arten, wie man Geld sammeln kann.»

Eine Woche scheint eine kurze Zeit zu sein für einen Hilfseinsatz. Dies ist jedoch von JAM so geplant. Die Lenzburgerinnen reisen gemeinsam mit sechs anderen Personen aus der Schweiz zum Abschluss des Projekts nach Moçambique. Doch die Arbeit hat schon lange vorher begonnen. Das Ziel des Schweizer Teams war es, 60 000 Franken zu sammeln. Bis jetzt sind 59 000 Franken zusammengekommen. «Es gibt so viele Arten, wie man Geld sammeln kann.» Kuchen verkaufen, Zmittagessen organisieren, Private und Firmen anschreiben. Es habe anfangs sich schon komisch angefühlt, nach Geld zu fragen. Doch es sei schön, zu sehen, wer alles mithelfe. So auch die Stadt Lenzburg. Im Namen des Stadtrats hat Andreas Schmid den beide Frauen 1000 Franken zugesprochen.

Nächste Woche reisen Katrin und Simea Bachmann nach Afrika um zu helfen und um mit eigenen Augen zu beobachten, was mit dem gespendeten Geld passiert. «Und vielleicht finden wir Zeit, um Herrn Schmid eine Karte zu schreiben», sagt Katrin Bachmann.