In Schafisheim wird voraussichtlich im Frühjahr 2019 ein grosses Strassenbauprojekt beginnen. Schon jetzt, lange bevor der erste Bagger angerollt ist, bewegt ein mögliches Opfer dieser Baustelle die Gemüter. Es ist der Fussgängerstreifen über die Lenzburgerstrassse auf der Höhe der Grütstrasse. Im Zuge der Sanierung der Lenzburgerstrasse, eine Kantonsstrasse, soll dieser aufgehoben werden. Er entspreche nicht mehr den heutigen Normen, begründet der Kanton diese Entscheidung.

Der Gemeinderat hat im Dezember 2016 mit der Interessengemeinschaft Ausserdorf Unterschriften gesammelt und zusammen mit rund 80 Schofisern Einsprache erhoben. Ohne Erfolg; der Regierungsrat hat im Verfahren sämtliche Einwendungen gegen die Aufhebung des Fussgängerstreifens abgewiesen. Mit der Begründung, dass die rechtlichen Vorschriften sowie die einschlägigen Richtlinien und Gutachten der Beratungsstelle für Unfallverhütung keine Überquerung im Bereich der Bushaltestelle Ausserdorf erlauben. «Wir haben diesen Entscheid mit grossem Erstaunen aufgenommen», sagt Gemeindeammann Roland Huggler. Der Regierungsrat schlägt Alternativen vor. «Diese sind zum Teil fragwürdig», sagt Gemeindeammann Roland Huggel. «Für einen Lotsendienst braucht es einen Fussgängerstreifen. Sonst können Privatleute nicht auf der Strasse stehen.»

Der Grund, weshalb der Fussgängerstreifen vom Kanton als zu gefährlich eingestuft wird, ist eine Kurve. «Die Sichtdistanz von der Kurve bis zum Fussgängerstreifen in Fahrtrichtung Staufen ist zu kurz», sagt Huggler. Doch die Überquerung sei an dieser Stelle absolut notwendig. «Der Fussgängerstreifen wird von Schülern und Personen, die aus dem Bus aussteigen, rege genutzt.» Ohne den Fussgängerstreifen können diese nicht mehr sicher über die Strasse gehen. Damit der Fussgängerstreifen beibehalten werden kann, schlägt die Gemeinde vor, ihn zu verschieben oder mit einer Voranzeige auf den Übergang hinzuweisen.

Lösung im Gespräch?

Bei der Messung der Benutzer des Fussgängerstreifens im 2016 wurde der Grenzwert von 300 Übergängen pro Tag knapp unterschritten. «Doch wir sind überzeugt, dass diese Zahl mittlerweile erreicht ist», sagt Huggler. Der Gemeinderat habe sich einstimmig für den Fussgängerstreifen ausgesprochen. Am Freitag wurde die Einsprache des Gemeinderats beim Verwaltungsgericht eingereicht.

Doch vielleicht endet der Konflikt doch nicht vor dem Richter: Die Vertreter der Gemeinde haben sich in der Zwischenzeit zu einer Sitzung mit den Verantwortlichen des Baudepartements getroffen. «Es wird weiterhin nach einer Lösung gesucht», sagt Huggler. Beim Kanton wollte man sich aufgrund des laufenden Verfahrens nicht zum Fussgängerstreifen äussern.