Dass der Kindergarten Schönbühl in einem schlechten Zustand ist, war bekannt. Doch dass das Gebäude so schnell unbrauchbar werden würde, kam unerwartet. Bei einem starken Gewitter vor zwei Wochen hat es hereingeregnet. «Ein aufgebotener Dachdecker hat Schäden an der Dacheindeckung festgestellt», sagt Gemeindeammann Hans Peter Dössegger. Doch als es gleich darauf an zwei Tagen aufeinander wieder gewitterte und stark regnete, kam es zu grossen Wassereinbrüchen. Der Kindergartenbetrieb musste eingestellt werden.

Bei der Suche nach neuem Schulraum bekam die Gemeinde Hilfe von der Heilsarmee: Die Kinder vom Schönbühl sind in einem Gebäude der Heilsarmee an der Talstrasse untergekommen. Am 13. Juni ist der Kindergarten eingezogen, die Lösung als Übergang sei sehr gut und bezahlbar, sagt Dössegger. Gemäss der Website der Heilsarmee wurde ein befristeter Mietvertrag für zwei Jahre abgeschlossen. Als Übergangslösung während der Renovation beschreibt die Heilsarmee die Abmachung.

Noch ist unklar, wie es mit dem Kindergarten Schönbühl weitergeht, doch eine Renovation steht ausser Frage, wie Dössegger auch an der Gemeindeversammlung vom letzten Freitag sagte: «Das Gebäude zu sanieren macht keinen Sinn.» Der Kindergarten müsse ganz zurückgebaut und durch einen Neubau ersetzt werden. Dafür sollte der Bevölkerung an der nächsten Gmeind ein Planungskredit vorgelegt werden.

Die Präsidentin der Schulpflege, Anne-Marie Kneller, stellte darauf den Antrag, dass der Gemeinderat neben dem Kindergarten Schönbühl auch einen dezentralen Standort prüfen solle. Der Antrag wurde mit grosser Mehrheit angenommen.

Schulraumabklärung bis Herbst

Die Prüfung weiterer Standorte ist im Sinn des Gemeinderats Seon. «Wir haben im Frühling das Büro Metron in Brugg mit einer Schulraumabklärung beauftragt», sagt Dössegger. Auslöser dafür sei nicht etwa die Frage nach dem Bezirksschulstandort gewesen. «Ursprünglich war geplant, dass im Hertimatt III Schulraum für einen Kindergarten zur Verfügung stehen würde, falls dieser gebraucht wird.»

Unterdessen wird dieser Raum aber anderweitig genutzt. Zusammen mit der Schulraumdiskussion im Wynental und den Sek- und Realschülern aus anderen Gemeinden, die in Seon anfragen, sah die Gemeinde den Zeitpunkt ideal für eine neutrale Schulraumabklärung. «Wir wollen wissen, was überhaupt möglich ist», sagt Dössegger.

Der Kindergarten Schönbühl wurde vor 45 Jahren gebaut und bisher nie renoviert. An der Webereistrasse befindet sich ein Kindergarten in einem ähnlichen Zustand. Bei den Kindergartenstandorten spielen verschiedene Interessen der Eltern eine Rolle. Einerseits seien kurze Schulwege gewünscht, was für dezentrale Standorte spreche. «Andererseits gibt es auch immer mehr Nachfrage nach einem Angebot für einen Mittagstisch oder Randstundenbetreuung», sagt Dössegger.

Indem zum Beispiel ein weiterer Kindergarten im Mitteldorf erstellt würde, könnte ein zentraler Standort geschaffen werden, an dem die Zusatzangebote abgedeckt werden können. Die Resultate der Schulraumabklärung werden bis Herbst erwartet.