Über 90 Werke aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen stehen bei Anna-Verena Hoffmann zum Verkauf. Ergänzt und abgeschlossen wird diese Ausstellung mit einer Lyrik-Lesung von vier Schreibenden. «Lyrik und Malerei stehen oft in Beziehung zueinander», sagt Galeristin Hoffmann. Beide, Dichter und Maler, bemühten sich nämlich um die klare und knappe Form, sei es auf der Leinwand mit Farben und Formen oder auf dem Papier mit Worten und Satzzeichen, so Hoffmann.

Die Galeristin hat zum zweiten Mal einen Aufruf zum Einreichen von Bildern lanciert. Wiederholt werde sie von Menschen, die etwa in kleinere Wohnungen umzögen, angefragt, was sie mit Bildern anstellen sollen, für welche sie am neuen Ort keinen Platz mehr fänden. Oder es würden Plätze für Bilder aus einem Nachlass gesucht. «Lieber verkaufen, statt die Gemälde im dunkeln Keller zu lagern», sei häufig zu hören. So könnten sich andere Leute wieder daran freuen.

«Gute Qualität ist mir wichtig»

Verkaufswillige durften maximal drei Bilder vorbeibringen. Für Anna-Verena Hoffmann ist es entscheidend, das Angebot genau zu prüfen. «Es ist mir wichtig», eine gute Qualität zu garantieren. Jetzt hat sie 95 Bilder verschiedenen Formats und verschiedener Stile aufgehängt. Die Art der Sujets ist breit: Stillleben, Landschaften, Menschen, Blumen und Abstraktes. Auch bekannte Namen sind auszumachen, etwa Adolf Weber, Kurt Hediger, Ruth Wälchli oder Max Hunziker.

Das Prozedere für die Bilderbörse ist einfach. Wenn die Verkäufer ihre Bilder bringen, müssen sie auch gleich ihren Wunschpreis festlegen. Nicht verkaufte Bilder sind nach der Ausstellung von den Anbietern wieder zurückzunehmen.

Am letzten Tag der Bilderbörse lädt Anna-Verena Hoffmann zu einer Lesung ein, welche vom Zürcher Gitarristen Dario Bianchin musikalisch umrahmt wird. Der Jazz-Musiker ist im Wynental bekannt, unterrichtet er doch an der Regionalen Musikschule in Unterkulm. Vier Schreibende lesen eigene Gedichte vor. Etwa die Lyrikerin Brigitte Fuchs aus Teufenthal. Sie ist im Aargau bekannt, hat sie doch bereits verschiedene Lyrikbände publiziert, darunter der Band «Es tanzt der Stein» (2014). Fuchs hat sich der literarischen Kurzform verschrieben. «Ich will meine Inhalte skulpturenähnlich auf den Punkt bringen», sagt sie. Das Ringen um die Form, um die sprachliche Präzision, das fordere immer wieder neu heraus. Brigitte Fuchs ist für ihre Arbeiten schon mehrfach geehrt worden, zuletzt 2017 mit einem Werkbeitrag des Aargauer Kuratoriums.

«Lyrik ist ein Sprung vom Turm»

Die Beinwilerin Adelheid Louis Koch Zumofen liebt es, Blumen aus ihrem Garten zu malen und lässt sich dann von ihren «Modellen» und Bildern zu Gedichten inspirieren. René Kaufmann, ehemaliger Fachjournalist aus Riniken, schreibt häufig Prosatexte, wie Biografien oder Kurzgeschichten. Aber die komprimierte Form der Lyrik fasziniert ihn durchaus, «Lyrik ist für mich wie ein Sprung vom Turm im Vergleich zum Streckenschwimmen», zieht er einen Vergleich. Kaufmann wird vor dem Publikum drei Liebesgedichte und eines mit politischem Inhalt lesen.

Zum ersten Mal öffentlich wird Hannelore Hagmann aus Oberkulm eigene Gedichte vortragen. Sie schreibe zwar schon länger, sagt sie, meist aus einer Stimmung heraus. So verarbeite sie schreibend ihre Erlebnisse und Eindrücke.