Die Probe im Saalbau ist eine Gaudi. Da steht ein Sextett auf der Bühne, das sichtlich Lust und Freude hat am Spielen. Dabei – Vereinspräsident Rolf Rubin sagts selber und ist auch deshalb ausnahmsweise mal nicht als Spieler aktiv – ist das Auswendiglernen nicht ohne: «Früher fiels mir einfacher.» Ins Gewicht fällt bei diesem Hobby nicht nur der wöchentliche Probetag; ein grosser Teil sei «Heimarbeit».

Nun ist das einzige übriggebliebene Gründungsmitglied für die Regie zuständig. «Niemand wollte es machen», sagt Rubin. Man hat die Lasten verteilt; Kulissen und Licht machen andere. Und als Regisseur zehrt er von seiner Bühnenerfahrung, doch er ermuntert die Spielerinnen und Spieler, die alle Theatererfahrung haben, ihre Ideen einzubringen. «Sie sollen aus sich heraus handeln», sagt der Spielleiter.

Erbtante gesucht

Der Schwank von Emil Stürmer zeigt zwei Bauern, reich eingeheiratet und unter der Knute der Ehefrau. Viktor (Damian Käppeli) erfindet, um regelmässig in die Stadt fliehen zu können, die Erbtante Emma. Als die Nachbarin (Rita Käppeli) seiner Frau (Jolanda Barmettler) den Floh ins Ohr setzt, sie sollte diese Tante doch mal kennenlernen wollen, gerät Viktor in Nöte. Wie kommt er zu einer Tante Emma? Da bietet sich der nachbarliche Leidensgenosse Fritz (Rolf Killer) an. Ob das gut geht?

Das Publikum jedenfalls wird seine helle und laute Freude haben an der Umziehszene, und Fritz mit weibischem Getue und ebensolcher Sprache – eine dankbare Rolle – spielt zum Grölen komisch. Auch die Nebengeschichte hats in sich. Viktors Tochter Monika (Katja Häusler) und ein einfacher Waldarbeiter (Adrian Killer) haben ein Auge aufeinander geworfen. Ob es Fritz alias Erbtante Emma gelingen wird, den Widerstand von Monikas Mutter zu brechen? Überraschungen sind vorprogrammiert.

Derber Wortwitz

Es ist eine derbe Angelegenheit, wenn die Frauen äussern, dass man «allen Männern den Stiel abhauen» sollte und Viktors es ablehnt, seine Frau zu küssen mit der Ausrede, dass ihn ihre «Haare auf den Zähnen kitzeln». Der Teppichklopfer kommt ebenso zum Einsatz wie die Ohrfeige. Grandiose Situationskomik, ganz nach dem Gusto des Stammpublikums des Theaters Tandem.

Rolf Rubin lässt durchspielen, greift selten ein, und wenn, gibt er konkrete Tipps: «Du musst ihm ins Wort fallen!» Die Glücksgefühle des Schauspielers wird er dieses Jahr als Spielleiter ernten. «Super gemacht!», lobt er die Spieler, und sie danken es ihm.

Premiere am Freitag

Auch die Besucher werden es der Gruppe danken, zumal sie ein kleines nützliches Geburtstagsgeschenk erhalten. Premiere ist am Freitag, 7. September um 20 Uhr. Weitere Aufführungen: Samstag, 8., Freitag, 14. und Samstag 15. September. Vorverkauf Peter’s Gwürzsack, Aarauertrasse 1 in Reinach, auch telefonisch von Dienstag bis Donnerstag 9 bis 12 und 13.30 bis 18.30 Uhr.