Der Tierpark am Zurziberg hat seine Wurzeln bei der Ornithologischen Gesellschaft Zurzach, die 1976 die Erstellung eines Tierparks beschloss. Der neue Verein, unter dem Namen «Freunde des Tierparks Zurziberg», wurde 1978 unter Beat Ricklin gegründet, dem ehemaligen Besitzer des Café Tierparks. Ziel war damals wie heute, Einheimischen und Kurgästen eine Oase zum Entspannen zur Verfügung zu stellen, wo Kinder den direkten Kontakt mit Tieren erleben – und das gratis, ohne Eintritt. Als Erstes bezogen damals die Hirsche ein Blockhaus; auf dem Weiher, der ursprünglich als Löschwasserbecken genutzt wurde, entstand ein Gehege für Enten, daneben Volieren für diverse Vögel. Aktuell leben im Park rund 40 Arten mit rund 170 Tieren.

Der Tierpark wird auch heute noch vom Verein betrieben – von Freiwilligen, die bei jedem Wetter die Tiere füttern und pflegen und dafür sorgen, dass sich der Park jederzeit einladend präsentiert. Zum Glück dürfen die Vereinsmitglieder um den Präsidenten Pius Müller seit einiger Zeit auf Helfer der Sozialen Dienste Bad Zurzach zählen, die im Gegenzug eine Tagesstruktur und Unterstützung bei der Integration erhalten. Mitgliederbeiträge, Sponsoren und Patronate sorgen für die Finanzierung der Infrastruktur – die Spenden der Besucher werden für den Kauf von Futter genutzt.



Das Jubiläum als Familienfest
Wie sehr der Park geschätzt wird, zeigte sich am Jubiläumsfest deutlich: Am Verenatag pilgerten zahlreiche Familien zum Tierpark, sodass zusätzliche Parkplätze auf der Wiese genutzt werden mussten. Bei den Kleinsten war das Ponyreiten der grosse Hit, die Jugendlichen massen sich beim Postenlauf von «Waldzyt» im spielerischen Wettkampf, die Grossen lauschten den Klängen von Akkordeon und Alphorn und liessen es sich im Festzelt gut gehen. Am Sonntag machte zudem Papa Moll seine Aufwartung, Clown Rea und Nik schminkten Kinder und modellierten Ballonfiguren.

Viel Anklang fand auch der Stand der Wildfarm Pfrunder: Fleisch von Hirsch und Lamm konnte gekauft werden, aber auch selbst gemachte Konfitüren, Sirup, Destillate, Chutney und mehr. Carmen Pfrunder verriet eines ihrer Lieblingsrezepte: Hirsch-Entrecôte, paniert mit Brennnesselsamen. «Das ist einheimisches Superfood», lacht sie, «reich an Proteinen, mit wichtigen Mineralien wie Kalium, Eisen und Kalzium. Und schmeckt wunderbar!»

Auch Tiere wurden satt
Die Futterpackungen aus dem Automaten waren begehrt. Die Kinder genossen es, wenn die Tiere ihnen aus der Hand frassen, und manch ein Erwachsener erinnerte sich beim Zusehen an seine eigene Kindheit – und an die Abenteuer, die sie im Tierpark, im Wald oder bei der Feuerstelle (die dieses Jahr von den Kiwani erneuert worden war) erlebt hatten.
Pius Müller, der Präsident des gemeinnützigen Vereins Tierpark Bad Zurzach, verfügt aktuell als einziger über die Halterprüfungen für alle Tierarten. Damit auch zukünftige Generationen den Park geniessen können, suchen der Verein, die Gemeinde und Bad Zurzach Tourismus nach einer Nachfolgelösung. Die Besucherinnen und Besucher des Parks und sicher auch die Tiere drücken sämtliche verfügbaren Daumen, Pfoten, Krallen und Flossen. Damit der Tierpark noch weitere Jubiläen feiern kann.