Im Mai teilte das Thermalquellen Resort mit, dass es seine Strategie neu ausrichten wolle. Angekündigt wurde unter anderem, dass die Zimmerbewirtschaftung des Hotels zur Therme per Herbst den dortigen Stockwerkeigentümern überlassen werde.

Nun ist es offenbar soweit: Wer auf einem der Internetportale ein Hotelzimmer buchen möchte, erfährt, dass seit Monatsanfang das entsprechende Angebot nicht mehr existiert. «Die Zimmer werden voraussichtlich Langzeitmietern angeboten», hiess es in einer früheren Mitteilung. Welche Lösung nun effektiv gefunden wurde, war bis zum Mittwoch nicht in Erfahrung zu bringen. Das 3-Sterne-Hotel mit direktem Zugang zum Thermalbad Zurzach verfügte über 66 Zimmer.

Übergabe der Leitung

Bereits seit letztem Jahr läuft die Zusammenarbeit der Thermalquellen Hotel AG mit der Hotelbetreiberin «Gastgeber 3.0», die das Thermalquellen Resort in Bad Zurzach in der Strategie und der Konzeption berät. Nun folgte die Übergabe der Leitung: «Gastgeber 3.0» übernahm per 1. September die operative Führung der Hotellerie (Zurzacherhof und Hotel Tenedo) sowie der Gastronomie.

Michael Stutz von «Gastgeber 3.0» sagt zur Übernahme: «Die Führung von Betrieben ist unsere Kernkompetenz. Mit dem Wechsel werden wir dafür sorgen, dass die ökonomischen, ökologischen und sozialen Vorteile der neuen Konzepte zum Tragen kommen.» Die Hotelbetreiberin konzipiert bereits für das neue 4-Sterne-Hotel Hilton Garden Inn in Spreitenbach die gastronomische Nutzfläche und unterstützt die Führung bei der Positionierung und Vermarktung. Wenn der Bau des neuen Botta-Thermalbads in Baden vollendet ist, wird sie auch dafür sowie im Verenahof die gesamte Nutzfläche für Gastronomie konzipieren.

Von der neuen Leitung des Thermalquellen Resorts betroffen sind die Hotels Zurzacherhof und Tenedo sowie fünf gastronomische Bereiche des Thermalquellen Resorts. Das Hotel Tenedo wird als Wellnesshotel positioniert. Es ist direkt mit den Bereichen Fitness, Wellness und Spa des Thermalbads Zurzach verbunden. Das Hotel Zurzacherhof soll hingegen auf Kurpatienten und Präventionsgäste ausgerichtet sein und somit eine Ergänzung zur Klinik bilden. Das Angebot des Restaurants Zurzacherhof wird den Bedürfnissen der Kurgäste angepasst und auf Diäten und vegane Speisen geschärft.

Auch die weiteren vier gastronomischen Bereiche sollen laut Stutz künftig eine spezifische Positionierung erhalten: «Bisher haben sich die Angebote der einzelnen Betriebe wenig voneinander unterschieden. Wir wollen jedem Lokal ein eigenes Gesicht geben und den Gästen somit ein vielfältiges Angebot bieten.» Neue Konzepte seien geplant und sollen zeitnah umgesetzt werden, sodass die ersten Änderungen ab 2019 in Kraft treten werden.

Neue Leitung, neue Mitarbeiter?

Kommt mit es mit der neuen Führung zum Personalwechsel? «Wenn wir beispielsweise das Konzept eines Cafés ändern und neu ein Barista benötigt wird, kommt es zu neuen Anstellungen oder Umschulungen.» Entlassungen werde es nur geben, wenn sie aus dem natürlichen Geschäftsverlauf notwendig seien. Die Verträge mit Mitarbeitenden und Partner bleiben bestehen. Der Mensch stehe für «Gastgeber 3.0» an erster Stelle. Man wolle auf der bestehenden Basis aufbauen und zuhören, wie es bisher gelaufen ist und wo Probleme anzugehen sind.