Scheinbar schwerelos schwebte am Dienstag ein Kreuz über Würenlingen. Schwarz-golden schimmerte es etwa 30 Meter über dem Boden in der Mittagssonne, während ein Helikopter das 250 Kilogramm schwere Kreuz an einem dicken Seil auf die Spitze der katholischen Kirche hob.

Im Mai war es, auch mit dem Helikopter, für eine Restaurierung abgenommen worden. Denn das Würenlinger Kreuz war stark verrostet und die vergoldeten Stellen abgeblättert. Die Firma Muff Kirchenturmtechnik aus Triengen sandstrahlte es nun, trug einen Rostschutz auf und vergoldete die abgeblätterten Stellen wieder mit 23,95-Karat-Gold.

Zeitkapsel in der Kugel

Rund 30 Personen sahen um 10 Uhr morgens zu, wie die Kirchturmtechniker und die Mitarbeiter der Central Helicopter Services das Kreuz zum Transport bereitmachten. Es wurden Zeitkapseln in die grosse Kugel des Kreuzes geladen. Darin sind unter anderem Zeitungsausschnitte, der Kostenvoranschlag für die jetzige Kirchenrenovation, sowie Münzen und Noten vom Einrappen-Stück bis zur neuen 200-Franken-Note.

Punkt 10.45 Uhr nahmen dann vier Monteure das restaurierte Kreuz auf dem Kirchturm in Empfang. «Ein sehr emotionaler Moment», sagte Alfons Meier, Präsident der Kirchenpflege. Die Freude darüber, dass auf dem Turmspitz seiner Kirche wieder ein Kreuz prangt, war ihm anzusehen. Er sagte: «Ich bin froh, dass alles gut abgelaufen ist.»

Ende Oktober soll alles bereit sein

Um das Kreuz herum steht aber nach wie vor ein Baugerüst, weil die Kirche im Moment noch renoviert wird. Geplant war eigentlich, dass die Renovation am 23. September abgeschlossen ist. Dieser Zeitplan kann nun nicht eingehalten werden. «Die Fassade am Turm ist in einem schlechteren Zustand, als wir angenommen hatten», sagt Kirchenpflege-Präsident Meier. «Die Kunststeine bereiten uns Probleme. Deshalb dauert die Renovation voraussichtlich rund eineinhalb Monate länger.» Ende Oktober soll alles fertig sein. Der Zustand der Fassade lässt auch die Kosten steigen: Veranschlagt waren rund 850 000 Franken. Laut Meier kommen nun mindestens noch 100 000 bis 150 000 Franken dazu.