Vögeln! Blowjob! Nippel! Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Ich wusste, bei diesen drei Worten steigen Sie ein. Obschon allerlei Intimitäten und deren Kommerzialisierung unseren Alltag durchdringen, scheinen Sie dem Sexuellen gegenüber noch nicht abgestumpft. Das freut mich! Denn damit gehören Sie zu meinem Zielpublikum.

Ich schäme mich nicht

Vor ein paar Tagen redete ich mit Freundinnen bei einem Essen in einem Restaurant über Sex. Ich erzählte ihnen eine Geschichte, die ich kürzlich erlebt hatte: Ein Mann und ich schliefen an einem Nachmittag in meiner Wohnung miteinander. An unseren Geräuschen störte sich mein Nachbar derart heftig, dass er so lange über uns auf den Boden stampfte, bis wir, bestürzt und belustigt über diesen Ausdruck von Spiessigkeit, unsere Aktivität schliesslich aufgaben.

Warum ich das erzählte? Weil es witzig ist (und ein bisschen traurig). Aber auch, weil ich mich für solche Zwischenfälle nicht schäme. Unwillkommene Dinge in Sachen Beischlaf passieren nun mal.

Öffentlich über Sex sprechen: keine Selbstverständlichkeit, aber Notwendigkeit

Unsere Gesellschaft erlaubt uns, offen über Sex zu reden. Sogar Hollywood zeigt jetzt Sex-Szenen, es gibt «50 Shades of Grey». Wir sind Generation «Youporn»! Doch geht es um die eigene Sexualität, herrscht Schweigen. Gespräche über Sex unter Freunden: manchmal. Gespräche über Sex mit (Halb-) Fremden: niemals! Kein Wunder, lernen wir als Jugendliche doch lediglich, wie man ein Kondom über eine Banane stülpt.

Selbstbefriedigung, gleichgeschlechtliche Erotik, Fantasien und Pannen: kein Thema.

Sexuelle Offenheit umfasst mehr als das Angebot an Möglichkeiten. Zu ihr gehört auch ein guter Umgang mit schlechten Erfahrungen. Reden wir über Sex, sensibilisieren wir uns: Wir klären, was wir mögen – und was nicht. Schweigen hingegen verursacht Missverständnisse. Auch solche mit bitteren Folgen.

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Übrigens: Unser Sex-Gespräch im Restaurant belauschten zwei Damen. Sie beobachteten uns ungeniert, straften uns mit bösen Blicken und verliessen das Lokal, die Teller noch nicht leer gegessen. Sorry! Aber auf die Worte vögeln, Blowjob und Nippel werde ich auch künftig nicht verzichten.