Wir sassen draussen an einem Tisch der italienischen Bar, Cappuccino vor uns. Dann kam er. «Guudfrend», sagt er zu uns und zeigte seine Zähne mit breitem Lächeln, das dank seiner dunklen Hautfarbe besonders freundlich wirkte.

Er sei aus Jamaika, «and where do you come from?» «Switzerland», sagte Kollege Rafi. Und flugs hatte er einen Plastikelefanten vor sich. «Switzerland is good», sagte der Mann und packte auch noch einen Elefanten vor mich und Kollege Ueli auf den Tisch. Die Absicht war klar: Die Plastikelefanten, in Mahagoni-Farbe gehalten, sollten schon etwas abwerfen.

Es ist eine zwiespältige Sache. Soll man diese Form von Bettelei unterstützen oder konsequent dankend ablehnen? Die Frage stellt sich ja auch, wenn einer beim Bahnhof fragt: «Hesch mer en Schtutz?»

Schliesslich steckte ich dem Jamaikaner einen Fünfer hin, «for all», erklärte ich und zeigte in die Runde. «Guudmann», sagte er, packte aber die Elefanten der Kollegen wieder ein. Später trafen wir ihn ein paar Strassen weiter wieder. Er lachte fröhlich, legte den Arm um mich und sagte: «Guudmann, great Heart.» Ich prüfte dann sicherheitshalber, ob meine Ausweise und mein Portemonnaie noch an ihrem Platz waren. Und ich schämte mich danach ein bisschen, denn: Der Jamaikaner war «Guudmann».