Der FC Aarau geht ohne Punkte in die Nationalmannschaftspause. Nochmals: Ohne Punkte! Drei Wochen, in denen Spieler, Trainer, Führung und Fans das furchtbare Bild der Tabelle ertragen müssen. 

In Rapperswil-Jona war zwar eine Leistungssteigerung im Vergleich zum Debakel eine Woche zuvor gegen Chiasso (1:2) auszumachen. Doch angesichts der Tatsache, dass der Auftritt gegen die Tessiner wenig mit Fussball zu tun hatte, lag der Massstab in Rapperswil-Jona sehr tief. In der ersten Halbzeit war Aarau mit zunehmender Spieldauer optisch überlegen, doch mehr als ein harmloser Abschluss aus aussichtsreicher Position von Mickael Almeida sprang nicht heraus. 

Die Führung der St. Galler kam aus dem Nichts - und unter tatkräftiger Mithilfe der FCA-Defensive: Beim Eckball in der 44. Minute, der letzten Aktion vor der Pause, verliert Elsad Zverotic Gegenspieler Simani aus den Augen, der aus drei Metern freistehend einköpfen kann. Zu allem Übel greift auch noch FCA-Goalie Nikolic daneben. 

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Solch krasse Konzentrationsfehler ein paar Sekunden vor der Halbzeit - was geht dir da als Trainer durch den Kopf? Es ist zum Verzweifeln: Statt mit 0:0 und einem soliden Auftritt im Rücken in die zweite Halbzeit zu gehen, ist Schadensbegrenzung angesagt. 

Die gelingt nicht: Startelf-Rückkehrer Olivier Jäckle, dessen Auftritt auch Lichtblicke beinhaltet, greift in der 50. Minute im Zweikampf mit Shabani zur Grätsche - Penalty. Jäckle sagt, er habe Shabani nicht getroffen. Mag sein. Aber clever stellt sich Jäckle in der Szene nicht an: Indem er zu Boden geht, lädt er den Schiedsrichter zum Pfiff ein. Bittere Konsequenz: Aldin Turkes verwertet souverän vom Punkt - 0:2 aus Aarauer Sicht nach 50 Minuten.

Es ist der Moment, in dem die erneut zahlreich angereiste "Szene Aarau" genug hat, die Fahnen einrollt und den Gästeblock verlässt. Die Befürchtung der Sicherheitskräfte, nach dem Spiel könnte es zu Ausschreitungen vor dem Stadion kommen, bewahrheiten sich zum Glück nicht.

Zurück zum Spiel: Die wenig verbliebenen Aarau-Fans müssen ertragen, dass sich in den 20 Minuten nach dem 0:2 das nächste Debakel abzeichnet. Doch zum Glück hat Goalie Nikolic seinen Fehler vor dem 0:1 schnell verarbeitet, seine Paraden retten den FCA vor einem höheren Rückstand uns sorgen dafür, dass Aarau resultatmässig im Spiel bleibt.

Dann eine Saisonpremiere die 77. Minute: Zum ersten Mal erzielt der FC Aarau ein Tor vor der Nachspielzeit. Der eingewechselte Edmond Ramadani zieht aus 18 Metern einfach mal ab und hat ein bisschen Glück, dass Rappi-Goalie Yanz danebengreift - aus dem Nichts nur noch 1:2.

In den verbleibenden 15 Spielminuten bäumt sich der FCA endlich auf. Kurz nach dem Anschlusstreffer prallt Almeidas Schuss von der Lattenunterkante auf die Linie - oder war der drin? Die Torlinientechnologie ist noch nicht der Challenge League angekommen. Und seit der WM 1966 entscheiden Schiedsrichter bei Wembley-Szenen praktisch nie zugunsten des Stürmers.

Die Schlussphase ist ein offener Schlagabtausch, ein 2:2 wäre für den FCA genauso möglich gewesen wie eine höhere Niederlage. Letztlich bleibts beim 1:2. Bei null Punkten. Von der ansprechenden Schlussphase sollten sich Trainer Patrick Rahmen und die Spieler nicht blenden lassen, denn Rapperswil-Jona war ein bescheidener Gegner, in den nächsten Spielen warten die Kaliber Xamax (Cup) und Lausanne. 

Zum Schluss noch dies: Bei einer Horrorserie, wie sie der FC Aarau gerade durchlebt, stellt sich im Fussball zwangsläufig die Trainerfrage. Patrick Rahmen ist wie die Spieler und der Sportchef mitschuldig an dieser Entwicklung.  Zu einer Entlassung wird es in der Länderspielpause aber nicht kommen. Das teilte Vizepräsident Roger Geissberger Patrick Rahmen nach dem Schlusspfiff auf dem Spielfeld mit.  

Rahmen sagt: "Ich erreiche die Mannschaft, wir leben noch. Und ich spüre das Vertrauen von der Klubführung, den Weg aus der Krise gemeinsam zu gehen." 

Vizepräsident Roger Geissberger sagt: "Ein Trainerwechsel ist in der bevorstehenden Länderspielpause kein Thema. Wir werden nun keine Bauernopfer produzieren, sondern Ruhe bewahren. Wir sind überzeugt, dass Patrick Rahmen und Sandro Burki gemeinsam mit der Mannschaft das Ruder herumreissen."

Matchtelegramm:

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