Die Zuschauer fragen sich nach Bekanntwerden der Aufstellungen: Wieso spielt der FC Aarau in einem Heimspiel gegen Chiasso ohne Stürmer? Okay, Marco Schneuwly ist verletzt. Aber warum stehen nun weder Mickael Almeida noch Varols Tasar in der Startelf? 

Antwort: Aus disziplinarischen Gründen. Almeida war eigentlich für die Startelf eingeplant, erschien am Spieltag aber zu spät zum Mittagessen. Trainer Patrick Rahmen: "Sportlich tats weh, Mickael aus der Startelf zu streichen. Aber es gibt Regeln, die über allem stehen. Ich kann nicht von den Spielern Disziplin verlangen, aber bei Verstössen keine Konsequenzen ziehen. Das wäre unglaubwürdig." 

Tasar spielte am Samstag mit der zweiten Mannschaft in Niederwil (2. Liga regional) statt mit den Profis gegen Chiasso. Einerseits, weil er noch geschwächt war von einer Magen-Darm-Grippe von vorletzter Woche. Andererseits wegen Avancen vom Super-League-Klub Lugano, die Tasar wohl etwas den Kopf verdreht haben. "Es sieht so aus, als käme der Transfer nicht zustande. Ich gehe davon aus, dass Varol ab sofort mit dem Kopf wieder voll bei uns ist", sagt Rahmen. 

Obs mit Almeida und Tasar gegen Chiasso besser gelaufen wäre? Wohl kaum. Anders gesagt: Immer wenn man meint, schlimmer gehts nicht, setzt der FC Aarau noch einen drauf. Die Mannschaft ist die personifizierte Planlosigkeit. Ein Hühnerhaufen, der sich die Eier Match für Match selber ins Nest legt.

Das 0:1 durch Padula fällt 20 (!) Sekunden nach der Pause, als noch nicht mal alle Ersatzspieler aus der Kabine zurück sind und die Zuschauer noch am Wurststand stehen. Raoul Giger und Miguel Peralta lassen den Torschützen wehrlos ziehen - ein Graus.

Beim 0:2 in der 50. Minute kann Milinceanu ähnlich frei schalten und walten wie zuvor Padula: Schindelholz steht viel zu weit weg vom Moldawier, dessen Schuss Aarau-Goalie Nikolic durch die Beine flutscht.

FC Aarau – Chiasso, Interviews mit Olivier Jäckle sowie mit Cheftrainer Patrick Rahmen:

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Zuvor hat der FC Aarau in der ersten Halbzeit nicht mal im Ansatz eine Torchance kreiert. Was auch eine Folge des neuen Mottos "Safety first" war. Erst mal kein Gegentor kassieren. Aber ob es im Sinne von Trainer Rahmen war, dass seine Mannschaft dafür offensiv null komma nichts zu Stande bringt?

Zu allem Übel muss nach einer Stunde Miguel Peralta verletzt raus. Nach etlichen Knieverletzungen traf es ihn dieses Mal an der Schulter. Noch ist unklar, wie schwerwiegend die Verletzung ist - Peralta konnte jedenfalls nicht mehr weiterspielen.

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Vor nur 2192 Zuschauer - letzte Saison kamen nur ein Mal weniger - trifft nach 72 Minuten erstmals ein Aarauer mit einem Schuss das Tor. Doch Obexers Versuch ist eine leichte Beute für Chiasso-Goalie Mossy. Die Tessiner tun nach dem 2:0 verständlicherweise nichts mehr fürs Spiel, was nicht ins Gewicht fällt wegen der Harmlosigkeit der Aarauer. Der Anschlusstreffer in der 93. Minute durch den eingewechselten Olivier Jäckle ist nicht mehr als nett anzuschauen.

Patrick Rahmen sagt nach dem Spiel: "Das Positive ist, dass wir uns nach dem 0:2 nicht haben abschlachten lassen. Ich bin enttäuscht und bin mit Dingen konfrontiert, die ich so noch nie erlebt habe. In der nächsten Woche machen wir im Trainerteam uns ein genaues Bild davon, wer mitzieht und wer mit dem Kopf nicht dabei ist. Auf jeden Fall wollen wir nächste Woche auch die dringend nötigen Transfers machen: Ein zentraler Mittelfeldspieler und ein Stürmer." 

Darauf angesprochen, ob er die Mannschaft erreiche und ob er noch Lust auf den Job habe, sagt Rahmen: "Ich fühle mich unwohl wegen der Situation, in der wir stecken. Aber ich fühle mich weiterhin am richtigen Ort beim FC Aarau. Ich nehme die Herausforderung an und bin davon überzeugt, die richtigen Lösungsansätze zu haben. Aber ganz klar: Wir sind jetzt im Abstiegskampf, daran gibts momentan nichts zu rütteln." 

Lesen Sie das Spiel im Liveticker nach:

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